Nierenschwäche (akut): Symptome & Auswirkungen

Symptome

Die Beschwerden (Symptome) einer akuten Nierenschwäche sind meist nicht sehr eindeutig, d.h. es gibt kein klinisches Leitmerkmal, das auf ein akutes Nierenversagen hindeutet. In manchen Fällen bleibt sogar die Menge des ausgeschiedenen Urins konstant. Wenn dagegen ein Patient immer weniger Urin ausscheidet, kann es zu typischen Wassereinlagerungen (Ödeme) vor allem in den Beinen oder auch in der Lunge (Lungenödem) mit Luftnot kommen. Störungen des Elektrolythaushaltes, hier vor allem ein erhöhter Kalium-Spiegel im Blut (Hyperkaliämie), können einen verlangsamten Herzschlag bis hin zu langen Pausen des Herzschlages, Schwindel und kurze Bewusstseinsverluste zur Folge haben.

Liegt ein so genanntes prärenales akutes Nierenversagen vor, treten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel auf, z. B. Durst, niedriger Blutdruck, trockene Schleimhäute und schlecht gefüllte Halsvenen. Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfälle können hinzukommen. Beim postrenalen akuten Nierenversagen dominieren kolikartige Schmerzen im Unterbauch.

Auswirkungen & Komplikationen

Bei einem akuten Nierenversagen wird das Blut nicht mehr ausreichend gefiltert, so dass der Salz- und Flüssigkeitshaushalt gestört ist. Dies kann verschiedene Komplikationen auslösen. So verbleibt beispielsweise zu viel Wasser im Körper, da die Nieren zu wenig Urin produzieren und ausscheiden. Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Bluthochdruck und Herzschwäche können die Folge sein. Im Extremfall sammelt sich Wasser in der Lunge an (Lungenödeme) oder es kommt zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Darüber hinaus ist der Körper während eines akuten Nierenversagens anfälliger für Infektionen.

Durch die mangelhafte Filterung des Bluts in den Nieren kann es zu einem lebensbedrohlichen Anstieg der Kalium-Konzentration (Hyperkaliämie) kommen. Bei stark erhöhten Kalium-Werten drohen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand, Übersäuerung des Blutes (Azidose) und Störungen des Kalzium- Phosphat- und Magnesium-Haushalts.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Johannes Mann, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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