
Nierenschwäche (akut) - akutes Nierenversagen
Ursachen & Risikofaktoren
Verschiedene chronische Erkrankungen können ein akutes Nierenversagen hervorrufen. Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Leberschwäche. Auch wenn die Nieren bereits vorgeschädigt sind, z. B. bei einer chronischen Nierenschwäche, steigt die Gefahr einer akuten Nierenschwäche. In 1-2% der Fälle entsteht ein akutes Nierenversagen durch Entzündungen. Die Nierenkörperchen können dann das Blut nicht mehr ausreichend filtern.
Man unterscheidet verschiedene Formen des akuten Nierenversagens, je nachdem wodurch die Nieren geschädigt werden. Die unterschiedlichen Formen können gleichzeitig vorkommen oder ineinander übergehen:
„Vor" den Nieren liegende Ursachen (prärenale Nierenschwäche)
In 4 von 5 Fällen tritt diese Form der akuten Nierenschwäche auf. Schwere Blutungen (z. B. während großer chirurgischer Eingriffe) und Flüssigkeitsverluste durch Infektionen und Verbrennungen können zu einer verminderten Durchblutung der Niere führen und so ihre Funktionstüchtigkeit einschränken. Auch bestimmte Herzerkrankungen (z. B. Herzschwäche oder Herzinfarkt mit Schock), niedriger Blutdruck, Lungenembolien, schwere Entzündungen mit Kreislaufversagen sowie schwere allergische Reaktionen verringern die Durchblutung der Nieren.
Darüber hinaus können verschiedene Giftstoffe die Nieren schädigen. Dazu zählen:
- Drogen
- nierenschädigende Medikamente
- Röntgenkontrastmittel
- Schwermetalle (z. B. Gold, Quecksilber, Blei)
- Pilzvergiftungen
- Schlangengifte
- Krankheitserreger (z. B. Blutvergiftung, Hanta-Viren)
Abbauprodukte von Blut- und Muskelzellen im Blut können ebenfalls die Nieren angreifen. Wird Muskulatur durch Autoimmunerkrankungen (z. B. Dermatomyositis, Polymyositis), körperliche Überforderung (z. B. Marathonlauf), Alkohol, Infektionen (z. B. Tetanus), Drogen oder Schlangenbisse zerstört, kann dies ebenfalls eine akute Nierenschwäche zur Folge haben.
„Hinter" den Nieren liegende Ursachen (postrenale Nierenschwäche)
Harnsteine, Infektionen, sowie bei Männern eine gutartige Vergrößerung der Prostata können Harnleiter oder Blase ganz oder teilweise blockieren und so den Abfluss von Harn behindern. Dieser staut sich dann bis in die Nieren zurück und führt zu einem Funktionsverlust der Nieren. Verschiedene Tumore können ebenfalls zu einem Urinstau führen. Dazu gehören Geschwülste in:
- Harnblase
- Gebärmutterhals
- Darm
- Prostata
- Harnröhre
Innerhalb der Niere liegende Ursachen (intrarenale Nierenschwäche)
Hierzu zählen Erkrankungen der Nierenarterien und -venen, ein Verschluss der Nierengefäße sowie Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomeruli) und des Nierenbeckens. Mögliche Auslöser sind bakterielle Entzündungen, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen.


