09.05.2007

Fettreiche Ernährung gefährdet die Leber

Fettreiche Ernährung fördert nicht nur Übergewicht, sondern auch Fettablagerungen in der Leber. Eine solche Fettleber kann schließlich zu einer Leberzirrhose führen...

Die Leber ist der zentrale Umschlagplatz für Fettsäuren im Körper und kann häufig durch eine dauerhaft zu fetthaltige Ernährung geschädigt werden. Mit Hilfe der Gallensäuren können die Fette leichter aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden. Verpackt in spezielle Transportermoleküle erreichen sie die Leber, wo die wasserunlöslichen Fette als hochwertiger Energiestoff weitergereicht werden.

Das Überangebot an Fetten führt nicht nur zur Ablagerung in den äußerlich sichtbaren Fettpölsterchen unter der Haut, auch die Leber kann verfetten. Mediziner bezeichnen diese Schädigung der Leber auch als nicht-alkoholische Fettleber. Da viele Menschen zu kalorien- und fettreich essen, ist die Fettleber mittlerweile die häufigste Lebererkrankung. Die Folgen einer Fettleber können eine Leberzirrhose und ein tödliches Leberversagen sein.

Die genauen Vorgänge, die zur Bildung von Fetttröpfchen in der Leber führen, sind noch nicht geklärt. Eine wichtige Rolle spielt offensichtlich die so genannte Insulinresistenz: Durch diese Unempfindlichkeit von Körperzellen gegenüber Insulin erhöht sich die Freisetzung von Fettsäuren im Körper, wodurch die Leber noch stärker belastet wird.

Eine gesunde und fettarme Ernährung kann dazu beitragen, eine Fettleber zu vermeiden. Gesättigte Fettsäuren wie sie vor allem in tierischen Fetten vorkommen, gelten dabei als besonders ungesund, da sie auch das schädliche LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. Ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, aus pflanzlichen Fetten und Kaltwasserfischen senken dagegen das LDL-Cholesterin.

Dr. Harald Rösch, München

Quelle: Zeitschrift für Gastroenterologie 2007; 45: S. 35-41

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