Bluthochdruck: Grenzwerte für Systole und Diastole & Einteilung der Blutdruckwerte

Grenzwerte für Systole und Diastole

Der Blutdruck stellt den Druck dar, der im Inneren der Gefäße herrscht, und ist für den menschlichen Kreislauf lebenswichtig: Angetrieben durch die Pumpleistung des Herzens fließt durch unsere Gefäße ständig Blut. Dabei ist der Blutstrom nicht gleichmäßig, sondern das Blut wird stoßweise - mit jedem Herzschlag - durch den Körper gepumpt. Um in alle Gefäße, samt ihrer kleinsten Verästelungen, die Kapillaren, zu gelangen, benötigt das Blut einen gewissen Druck (= Blutdruck). Mit dem Blut werden neben anderen Inhaltsstoffen vor allem Sauerstoff und Nährstoffe zur Versorgung der Zellen im Körper transportiert.

Zur Bestimmung des Blutdrucks werden zwei Werte ermittelt, der systolische und der diastolische Blutdruck:

  • Der systolische Druck (oberer Messwert) entspricht dem während der Anspannungs- und Auswurfphase der linken Herzkammer maximal entwickelten Druck. Die Anspannungs- und Auswurfphase wird als Systole bezeichnet. Der systolische Druck liegt normalerweise im Bereich von 110-130 mmHg.
  • Der diastolische Blutdruck (unterer Messwert) entspricht dem niedrigsten Druck während der Entspannungs- und Erweiterungsphase des Herzmuskels. Die Phase zwischen größter Druckentwicklung (systolischer Druck) und größtem Druckabfall (diastolischer Druck) wird als Diastole bezeichnet. Während der Diastole füllen sich die Herzkammern mit neuem Blut. Der diastolische Druck liegt normalerweise im Bereich von 80-89 mmHg.

Der Blutdruck wird in mmHg angegeben. 1 mmHg ist der Druck, den ein Millimeter (mm) einer Quecksilbersäule (Hg) ausübt. Dabei entspricht: 1 mmHg = 0,00133 bar.

Einteilung der Blutdruckwerte

Der Blutdruck ist individuell und auch situationsbedingt unterschiedlich. Die Höhe des Blutdruckes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu zählen:

  • Die Stärke der Herztätigkeit, d.h. die Druck- und Pumpleistung des Herzens pro Herzaktion - angepasst an die jeweilige körperliche Belastung (bei Anstrengung und erhöhtem Sauerstoffbedarf muss z.B. mehr Blut in derselben Zeit zu den beanspruchten Organen/Körperpartien transportiert werden als im Ruhezustand, daher wird eine Erhöhung von Druck und Herzfrequenz benötigt)
  • Die Elastizität der großen Gefäße
  • Der Widerstand, der durch die Gefäßweite bestimmt wird. Je größer der Fließwiderstand, desto mehr Druck ist notwendig, um das Blut hindurch zu drücken
  • Die Signale bestimmter Hormone und Nerven (neurohormonales System)
  • Die jeweilige Körperposition.

Im nicht-belasteten Zustand ist ein Blutdruckwert optimal, der 120/80 mmHg nicht überschreitet. Als normal wird ein Wert von nicht mehr als 129/84 angesehen, 130-139/85-89 mmHg gilt als hoher Normalwert.

Ein leicht erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn die Messwerte zwischen 140-159/90-99 mmHg betragen. Bei höheren Werten spricht man von mittelgradig erhöhtem (160-179/100-109 mmHg) bis schwerem Bluthochdruck (mehr als 180/mehr als 110 mmHg).

Nach den Europäischen Leitlinien zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von 2016 können im höheren Alter systolische Blutdruckwerte bis 150 mmHg toleriert werden. Bei Typ-1-Diabetes sind systolische Blutdruckwerte unter 130 mmHg, diastolische unter 80 mmHg anzustreben. Bei Typ-2--Diabetes werden systolische Blutdruckwerte unter 140 mmHg, diastolische unter 85 mmHg empfohlen.

Experte: Wissensch. Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Wolfram Delius, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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