Impfung gegen Gelbfieber

Wer sollte sich impfen lassen?

Reisende, die in bestimmte Länder Südamerikas oder Afrikas reisen möchten, in denen Gelbfieber vorkommt, sollten sich gegen Gelbfieber impfen lassen. Manche Länder verlangen sogar den Beleg einer Gelbfieberimpfung. Diese muss bei der Einreise im Impfpass nachgewiesen werden und mindestens 10 Tage zuvor erfolgt sein. Manche Staaten bestehen auf einer Impfung von Reisenden jeglicher Herkunft. Dazu zählen derzeit (2018): Angola, Benin, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Französisch Guyana, Gabun, Ghana, Guinea-Bissau, Kamerun, Kongo, Mali, Niger, Ruanda, Sierra Leone, Togo und die Zentralafrikanische Republik.

Andere Länder verlangen nur eine Impfung, wenn der Reisende aus einem Land mit einem Gelbfieberrisiko einreist. Eine aktuelle Liste aller Ländern finden Sie hier: http://www.who.int/ith/2015-ith-annex1.pdf?ua=1&ua=1

Wie und wo wird geimpft?

Reisende in Gelbfieber-Endemiegebiete sollten sich spätestens 10 Tage vor Einreise in das Land impfen lassen. Die Gelbfieber-Impfung ist eine aktive Impfung und wird mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff durchgeführt. Der Arzt spritzt hierbei abgeschwächte Gelbfieberviren unter die Haut des Oberarmes. Die Viren können sich noch vermehren, sind aber in der Regel nicht mehr gefährlich für den Körper. Während der ersten 2-7 Tage vermehren sich die Impfviren und regen den Körper dazu an, Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden. Die Antikörper schützen den Geimpften vor einer späteren Infektion mit „echten" Gelbfieberviren. 10 Tage nach der Impfung hat der menschliche Körper genügend Antikörper produziert und ist vor einer Infektion gut geschützt.

Die WHO hat 2014 nach Bewertung aller verfügbaren Daten festgelegt, dass nach einmaliger Gelbfieber-Impfung von einem lebenslangen Schutz auszugehen ist. Die bisherige Regelung, dass eine Gelbfieber-Impfbescheinigung nur zehn Jahre gültig ist und die Impfung danach zu wiederholen ist, entfällt somit.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass folgende Personengruppen eventuell von einer Auffrischimpfung profitieren könnten, da bei ihnen die Immunantwort abgeschwächt sein kann und deshalb nach einmaliger Impfung möglicherweise kein lebenslanger Schutz besteht:

  • Kinder, die in einem Alter unter 2 Jahren erstmals geimpft wurden.
  • Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden.
  • HIV-Infizierte
  • Personen, die gleichzeitig zur Gelbfieber-Impfung eine Masern- oder Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhielten.

Eine Impfung gegen Gelbfieber kann nur bei speziellen Impfstellen durchgeführt werden, die von der WHO zugelassen wurden. Infos über Gelbfieber-Impfstellen in Ihrer Nähe erhalten Sie hier: https://www.crm.de/beratungsstellen/index.asp

Verträglichkeit und Gegenanzeigen der Impfung

Nach der Impfung kann es zu einer örtlichen Rötung und Schwellung der Haut kommen. Manche Geimpfte leiden unter Kopfschmerzen oder entwickeln eine grippeähnliche Erkrankung. In den allermeisten Fällen bessern sich die Beschwerden jedoch nach einigen Tagen von selbst. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, bei Säuglingen im Alter von unter 6 Monaten sowie selten auch bei Älteren kann eine Impf-Gelbfieber-Erkrankung auftreten, die in Einzelfällen schwer verläuft und sehr selten sogar zu Todesfällen geführt hat. Menschen, die eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes haben, sollten sich nicht impfen lassen. Auch Menschen über 60 Jahre oder Schwangere sollten sich von einem Tropenmediziner beraten lassen, ob eine Gelbfieber-Impfung unbedenklich ist.

In folgenden Fällen sollte ebenfalls keine Gelbfieber-Impfung vorgenommen werden:

  • Akute oder chronische Infektionen
  • Schwere Lebererkrankungen
  • Erkrankungen des Immunsystems (z. B. HIV-Infektion)
  • Immunsuppressive Therapie (z. B. Kortisonbehandlung)
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Strahlen- oder Chemotherapie
  • Erkrankungen der Thymusdrüse
  • Entfernung der Thymusdrüse
  • Säuglinge unter 9 Monaten und Stillende (selten Übertragung auf das Kind möglich)

Wollen diese Personen trotzdem in ein Land reisen, in dem die Gelbfieber-Impfung für die Einreise verlangt wird, müssen sie eine Ausnahmegenehmigung (= exemption certificate) auf Englisch oder Französisch in den internationalen Impfpass eintragen lassen (z. B. „Mrs./Mr. ..... can not be vaccinated against yellow fever for medical reasons"). Ein solches Zertifikat garantiert aber nicht, dass diese Personen in ein Land mit Gelbfieber-Risiko einreisen dürfen. Das betreffende Land muss das Zertifikat nicht anerkennen.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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