Schlaganfall: Komplikationen & Auswirkungen

Komplikationen in der Frühphase

Folgende Komplikationen können in der Frühphase nach einem Schlaganfall auftreten:

•    akute neurologischer Komplikationen wie Hirnödem (Wasseransammlungen im Hirngewebe, Blutungen, erhöhter Hirndruck oder epileptische Anfälle)
•    Lungenentzündung
•    Lungenembolie und tiefe Beinvenenthrombose
•    Harnwegsinfekte

Langfristige Auswirkungen nach Schlaganfall

Die Folgen eines Schlaganfalls verändern das Leben des Patienten oft einschneidend. Halbseitige Gesichtslähmungen führen zu großen Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen und Schlucken. Viele Patienten können deshalb nicht mehr selbstständig essen - ihnen müssen die Mahlzeiten gereicht werden. Bei Sprachstörungen können die Betroffenen zwar hören und Gesprochenes verstehen, aber selbst nur sehr undeutlich oder gar nicht sprechen. Die vollständige Lähmung einer Körperhälfte hat zur Folge, dass die Patienten nur noch im Bett liegen oder in einem Stuhl sitzen können bzw. einen Rollstuhl benutzen müssen. Leichtere Lähmungserscheinungen führen zu Gehstörungen, bei denen die Patienten meist das betroffene Bein halbkreisförmig nachziehen. Der gelähmte, leicht gebeugte Arm schwingt dann beim Gehen nicht mit. Bleibt eine Gesichtsfeldhälfte blind, können Gegenstände, Hindernisse oder entgegenkommende Menschen auf dieser Seite nicht mehr richtig wahrgenommen werden.

Auch die Kontrolle über den Stuhlgang und die Entleerung der Blase kann verloren gehen. Die Betroffenen müssen dann eine Windel tragen. Bei einer Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. An Dinge, die lange zurückliegen, können sich die Patienten dagegen noch genau erinnern. Wurde der Schlaganfall durch eine Hirnblutung verursacht, besteht die erhöhte Gefahr, dass es zu weiteren Blutungen und damit auch Schädigungen im Gehirn kommt.
Die Fahrtüchtigkeit der Betroffenen ist in der Regel stark eingeschränkt und die Patienten erhalten vom Arzt, auch bei einem leichteren Schlaganfall, - zumindest vorübergehend - ein Fahrverbot.
Das Ausmaß und die Schwere der Beeinträchtigungen hängen in erster Linie davon ab, welche Gehirnregionen betroffen und wie stark sie durch den Schlaganfall geschädigt worden sind. Die meisten Patienten sind durch den erlittenen Schlaganfall in erheblichem Maße körperlich behindert. Sie sind auch seelisch verunsichert und werden oft depressiv. Die Unterstützung durch die Angehörigen ist deshalb für den Patienten besonders wichtig. Gerade in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall sollte der Patient spüren, dass man ihn liebt und sich um ihn kümmert.  

Experte: Wissenschaftl. Beratung: Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister & Dr. Norbert Smetak

Literatur:
Leitlinie Schlaganfall (Februar 2020 überarbeitet);: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-011l_S3_Schlaganfall_2021-03.pdf

Letzte Aktualisierung: 25.08.2022

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