Schlaganfall: Komplikationen & Auswirkungen

Komplikationen in der Frühphase

Folgende Komplikationen können in der Frühphase eines Schlaganfalls auftreten:

  • akute neurologische Komplikationen wie Hirnödem (Wasseransammlungen im Hirn-gewebe) mit erhöhtem Hirndruck
  • Bewusstlosigkeit
  • Blutungen
  • epileptische Anfälle.

Langfristige Auswirkungen & Folgen eines Schlaganfalls

Die Folgen eines Schlaganfalls hängen in erster Linie von der Größe des geschädigten Hirnareals ab. Entscheidend ist auch, welcher Hirnbezirk betroffen ist. So führen Schädigungen des Frontal-hirns häufig zu erheblichen Wesensveränderungen des Patienten, während Ausfälle im Mittelhirn vorwiegend für Lähmungen verantwortlich sind, wobei oft aber auch Mischformen auftreten.
Leichtere Lähmungserscheinungen führen zu Gehstörungen, bei denen die Patienten meist das betroffene Bein halbkreisförmig nachziehen. Ein gelähmter, leicht gebeugter Arm schwingt beim Gehen nicht mit.
Halbseitige Gesichtslähmungen führen zu großen Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen und Schlucken. Viele Patienten können deshalb nicht mehr selbstständig essen, ihnen müssen die Mahlzeiten gereicht werden.

Bei Sprachstörungen können die Betroffenen zwar hören und Gesprochenes verstehen, aber selbst nur sehr undeutlich oder gar nicht sprechen. Da das Sprachzentrum bei Rechtshändern in der linken Gehirnhälfte lokalisiert ist, führt bei ihnen ein linkshirniger Schlaganfall auch zu Sprachstörungen. Allerdings erleiden diese Patienten bei einer Halbseitenlähmung die Parese (Lähmung) nicht ebenfalls links, sondern rechts, da sich die großen Nervenbahnen noch im Gehirn kreuzen! Bei Linkshändern ist es dementsprechend umgekehrt.

Die vollständige Lähmung einer Körperhälfte hat zur Folge, dass die Patienten nur noch im Bett liegen oder in einem Stuhl sitzen können bzw. einen Rollstuhl benutzen müssen. Auch die Kontrolle über den Stuhlgang und die Entleerung der Blase kann verloren gehen.
Bei einer Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis be-troffen. An Dinge, die lange zurückliegen, können sich die Patienten dagegen oft noch erinnern. Wurde der Schlaganfall durch eine Hirnblutung verursacht, besteht die Gefahr, dass es zu weiteren Blutungen und damit zu zusätzlichen Schädigungen im Gehirn kommt.

Die Fahrtüchtigkeit der Betroffenen ist in der Regel stark eingeschränkt, und die Patienten erhalten oft auch bei einem leichteren Schlaganfall - zumindest vorübergehend - ein Fahrverbot.
Das Ausmaß und die Schwere der Beeinträchtigungen hängen in erster Linie davon ab, welche Gehirnregionen betroffen sind, und wie stark sie durch den Schlaganfall geschädigt wurden. Entscheidend ist aber auch, wie rasch nach Eintritt die richtige Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung begonnen wurde. Die meisten Patienten sind durch den erlittenen Schlaganfall in erheblichem Maße körperlich behindert, aber auch psychisch sind sie oft beeinträchtigt. Die Unterstützung durch die Angehörigen ist deshalb für den Patienten besonders wichtig.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 25.08.2017

© Internisten-im-Netz

Impressum

Datenschutz

Bildquellen

Kontakt

Herausgeber

Berufsverband Deutscher Internisten e.V.