Schlaganfall: Vorsorge & Schutz

Durch Vorsorge kann das Schlaganfall-Risiko verringert werden.

Die beste Schlaganfall-Vorsorge ist die Reduzierung von Risikofaktoren. So kann durch eine Senkung erhöhter Blutdruckwerte um 6-10 mmHg das Schlaganfall-Risiko erheblich gesenkt werden. In Kombination mit regelmäßiger körperlicher Betätigung, kochsalzarmen Mahlzeiten und einer Optimierung des Körpergewichts kann man hier schon viel erreichen. Empfehlenswert sind Wandern, Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren. Ratsam ist es, dreimal in der Woche jeweils eine halbe Stunde Sport zu treiben.

Um erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu vermeiden, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet werden. Dazu gehört, die Zufuhr von Nahrungsmitteln, die große Mengen an tierischen Fetten enthalten (wie Wurst, Fleisch und Käse), zu reduzieren und statt-dessen eher pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Fisch zu bevorzugen. Auch der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum senkt das Risiko für einen Schlaganfall.
All diese Maßnahmen zielen darauf ab, einer Schädigung und zunehmenden Verkalkung der Blutgefäße (Arteriosklerose) vorzubeugen. Lassen sich Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinwerte durch eine gesunde Lebensführung nicht in den Normalbereich absenken, ist eine medikamentöse Behandlung in der Regel unumgänglich.

Bereits eingetretene Verengungen der Blutgefäße kann der Arzt mit einer Ultraschall-Untersuchung (Doppler-Sonografie) aufspüren. Verengte Halsschlagadern erhöhen das Schlag-anfall-Risiko, deshalb spielt die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern bei der Schlaganfall-Vorsorge eine wichtige Rolle. Durch ihre frühe Erkennung kann der Arzt Maß-nahmen einleiten, die einer weiteren Verengung entgegenwirken. Unter Umständen kann auch eine Operation (evtl. auch in örtlicher Betäubung!) einer schon wirksamen Verengung einer Halsschlagader sehr ratsam sein! Einengungen der Halsschlagadern deuten aber nicht nur auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko hin, sondern auch auf ein erhöhtes Risiko für Arterien-verkalkungen (Arteriosklerose) in anderen Bereichen des Körpers (Herz, Beine). Aus diesem Grund sind dann weitere Untersuchungen sinnvoll, um mögliche wesentliche Erkrankungen in diesen Gefäßbereichen frühzeitig festzustellen bzw. zu behandeln.

Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen schon mal eine kurzfristige Durchblutungsstörung im Gehirn aufgetreten ist, sollten Medikamente einnehmen, um die Bildung von neuen Blutgerinnseln zu verhindern. Gerade bei dieser Personengruppe besteht ein hohes Risiko für weitere Schlaganfälle. Bei etwa 7% der Personen, die eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) erlitten haben, kommt es ohne Behandlung innerhalb eines Jahres zu einem vollendeten Schlaganfall. Bei Schlaganfall-Patienten sieht es noch schlechter aus. Jeder Zehnte von ihnen erleidet ohne vorbeugende medikamentöse Maßnahmen innerhalb von 12 Monaten einen zweiten Schlaganfall.

Deshalb muss jeder Verdacht auf eine Hirndurchblutungsstörung durch eine ärztliche Untersuchung genauer abgeklärt werden, auch wenn die Durchblutungsstörung nur wenige Minuten gedauert hat! Zur medikamentösen Vorsorge vor einem vollendeten bzw. erneuten Infarkt werden Wirkstoffe eingesetzt, die eine Verklumpung der Blutplättchen verhindern (Thrombozytenaggregationshemmer). Dazu zählen Azetylsalizylsäure (ASS) und Clopidogrel u.a. Je nach Ursache der Durchblutungsstörung kommen gegebenenfalls aber auch Medikamente zur Anwendung, die die Blutgerinnung vermindern (Antikoagulantien). In jedem Fall ist es wichtig, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 25.08.2017

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