Metabolisches Syndrom: Prognose & Vorsorge

Prognose & Verlauf eines Metabolischen Syndroms

Ein Metabolisches Syndrom erhöht das Risiko der Betroffenen für Herz- und Gefäßerkrankungen (Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall) sowie Typ-2-Diabetes. Experten schätzen, dass bei den Betroffenen die Gefahr für das Auftreten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um das Vierfache erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit daran frühzeitig zu versterben, ist um das Zwei- bis Dreifache höher.
Je früher die Symptome eines Metabolischen Syndroms erkannt und behandelt werden, desto eher lassen sich die Folgeerkrankungen abmildern oder sogar verhindern. So kann der Ausbruch von Typ-2-Diabetes verzögert oder verhindert werden, wenn die Blutzuckerwerte frühzeitig durch eine geeignete Behandlung optimal eingestellt werden.

Typ-2-Diabetes ist zwar nicht heilbar, häufig bewirkt jedoch schon eine Gewichtsabnahme, dass der Blutzuckerwert sinkt. Da hierbei das Fettgewebe abnimmt, wird der Körper wieder empfindlicher für das körpereigene Insulin. Auch körperliche Bewegung erhöht die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin und bewirkt damit eine Senkung des Blutzuckers. Mit einer Normalisierung des Körpergewichts, geeigneter Diabetiker-Ernährung und bei regelmäßiger körperlicher Bewegung lässt sich Diabetes also zum Stillstand bringen oder zumindest verlangsamen.

Vorsorge & Schutz vor dem Metabolischen Syndrom

Entwickelt ein Patient eine Erkrankung aus dem Metabolischen Symptomenkomplex, so ist besondere Vorsicht und verstärkter Behandlungsbedarf geboten. Zusammen mit seinem Arzt sollte der Betroffene so frühzeitig wie möglich Gegenmaßnahmen einleiten, um zu vermeiden, dass sich die Beschwerden verschlimmern oder weitere Krankheitszeichen hinzukommen. Patienten mit erhöhtem Blutdruck, Übergewicht oder erhöhten Blutfett- oder Blutzuckerwerten sollten dauerhaft ihre Lebensgewohnheiten umstellen und auf ihre Ernährung achten. Nur so können sie ihr persönliches Arteriosklerose-, Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko verringern.

Daher ist es sehr wichtig, dass Patienten sich bewusst und ausgewogen ernähren, regelmäßig bewegen und auf Nikotin und zuviel Alkohol verzichten. Verordnete Medikamente sollten regelmäßig eingenommen und nicht ohne Wissen des Arztes abgesetzt werden.

Mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Metabolische Syndrom am wirkungsvollsten vermeiden. Folgende Maßnahmen haben sich bei Risikopatienten bewährt:

  • Gewichtsabnahme um 5-7% innerhalb von 3 Monaten
  • Mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche
  • Mindestens 15 Gramm faserhaltige Ballaststoffe pro 1000 Kilokalorien
  • Höchstens 30% Fettanteil in der Nahrung
  • Höchstens 7-10% gesättigte Fettsäuren in der täglichen Nahrung

Patienten, die diese Vorgaben erreichen, können Folgeerkrankungen, z. B. den Ausbruch von Diabetes, fast immer verhindern. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle dieser Maßnahmen durch einen Arzt. Indem er Ihren Blutdruck, Taillenumfang und den Body Mass Index misst, kann er einfach und bequem den Erfolg der Maßnahmen beurteilen.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Eberhard Standl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern
Meyer, J. et al (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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