Nierenkrebs: Nachsorge, Prognose & Verlauf

Nachsorge

Nach der Operation und während einer nachfolgenden Therapie kann ein Aufenthalt in einer Kur- oder Reha-Klinik sehr hilfreich sein. Der Genesende wird dort psychologisch unterstützt und zu einer bewussten Lebensweise angeleitet.

Nach der Behandlung einer Erkrankung an einem Nierenkarzinom ist es wichtig, ein mögliches Wiederauftreten des Krebses (Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen. In den ersten beiden Jahren nach der Therapie findet alle 3 Monate eine Kontrolluntersuchung statt. Der Arzt befragt den Patienten und untersucht ihn körperlich. Er kontrolliert Blut und Urin und führt eine Ultraschalluntersuchung durch. Darüber hinaus wird der Bauchraum mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie überprüft. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes dient dem Ausschluss von Metastasen in der Lunge. Im 3. und 4. Jahr wird die Untersuchung alle 6 Monate durchgeführt, ab dem 5. Jahr einmal jährlich bis zum 10. Jahr nach der Behandlung.

Prognose und Verlauf

Der Verlauf einer Erkrankung an einem Nierenkarzinom und die Heilungschancen hängen sehr davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wird. Solange der Tumor noch auf die Niere begrenzt ist (Stadium I und II), liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 70%, das bedeutet, 5 Jahre nach dem Behandlungsbeginn sind noch 70% der Patienten am Leben. Bei sehr kleinen Tumoren ist die Heilungschance noch höher, die Rate liegt bei über 90%. Durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen werden die meisten Tumore in frühen Stadien entdeckt.

Im fortgeschrittenen Stadium (Stadium III) verschlechtert sich die Prognose. Wenn der Tumor bereits aus der Niere herauswächst, aber noch keine Lymphknoten befallen hat, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei etwa 50%. Bei Metastasen in einem Lymphknoten sinkt die 5-Jahres-Überlebensrate auf 20%.

Hat der Tumor die Bindegewebshaut durchbrochen (Stadium IV), die die Nieren umgibt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 10%. Wenn der Krebs bereits Metastasen in entfernten Organen gebildet hat, leben nur 5% der Patienten länger als 5 Jahre.

Bei spät entdeckten Nierenkarzinomen kann es nach zunächst erfolgreicher Behandlung zu einem Rückfall kommen (Rezidiv). Das bedeutet, dass der Tumor entweder an der ursprünglichen Stelle oder auch in anderen Körperregionen erneut auftreten kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nierenzellkarzinom nach einer erfolgreichen Behandlung wiederkehrt, liegt bei unter 5%.

Autor/Autoren: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. Johannes Mann, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018

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