Nierenkrebs: Ursachen & Risikofaktoren

Ursachen

Die genauen Zusammenhänge, die zur Entstehung von Nierenkarzinomen führen, sind bislang unbekannt. Wie bei anderen Krebsarten beginnt die Entstehung eines Tumors mit der Veränderung des Erbgutes einer Zelle, der DNA. So werden in vielen Nierenkarzinomen charakteristische Schäden an den Chromosomen 3, 8 und 11 gefunden. In anderen Fällen sind einzelne Chromosomen nicht doppelt vorhanden wie in gesunden Zellen, sondern 3-fach.

Diese Veränderungen (Mutation) geben der neu entstandenen Krebszelle die Fähigkeit, sich unkontrolliert zu vermehren. Einem gut funktionierenden Immunsystem gelingt es meist, solche entarteten Zellen abzutöten. Entgehen sie jedoch der Kontrolle des Immunsystems, vermehren sie sich immer weiter und zerstören das umgebende Gewebe.

Meist kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen, die eine bösartige Veränderung von Nierenzellen begünstigen. Dazu zählen Umwelteinflüsse, Ernährung, hormonelle Störungen, Vorerkrankungen der Niere und erbliche Faktoren.

Risikofaktoren

Eine Reihe von Faktoren kann das Risiko erhöhen, an einem Nierenkarzinom zu erkranken:

Schadstoffe aus der Umwelt

Umwelteinflüsse wie der Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen spielen eine große Rolle bei der Entstehung. Es gibt Hinweise darauf, dass die regelmäßige Einnahme starker Schmerzmittel die Entstehung bestimmter Nierenkarzinomtypen begünstigen. Auch sind bestimmte Berufsgruppen durch den Umgang mit Schwermetallen wie Blei und Kadmium, Asbest oder Lösungsmitteln besonders gefährdet.

Lebensstil

Man schätzt, dass 30% der Nierenkarzinome im Zusammenhang mit dem Rauchen stehen. Die Lebensweise wirkt sich ebenfalls auf das Krebsrisiko aus. Übergewicht, fettreiche Nahrung und übermäßiger Konsum von Kaffee sind verknüpft mit einer gering erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Nierenkrebs.

Nierenerkrankungen

Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen der Niere, wie Nierenschwäche oder chronischen Entzündungen der Niere, haben ein geringfügig erhöhtes Risiko für ein Nierenkarzinom.

Erbliche Faktoren

In manchen Fällen sind Nierentumoren auf genetische Faktoren zurückzuführen. Verwandte von Nierenkrebs-Patienten sollten regelmäßig zu einer Krebsvorsorgeuntersuchung gehen. Es ist bekannt, dass Nierenkarzinome wesentlich häufiger auftreten bei Menschen, die an einer seltenen Erbkrankheit - der Hippel-Lindau-Krankheit - leiden. Bei diesen Patienten ist das Chromosom 3 krankhaft verändert. Eine weitere vererbbare Krankheit, die im Zusammenhang mit Nierenkarzinomen steht, ist die ebenfalls seltene Tuberöse Sklerose, die bereits bei Kindern zu einem Tumor führen kann.

 Lebensalter

Wie bei den meisten Tumorarten nimmt das Risiko einer Erkrankung mit dem Alter zu. Schädigende Einflüsse, wie bestimmte Chemikalien oder das Rauchen, wirken sich über einen langen Zeitraum auf den Körper aus. Diese Faktoren häufen sich mit der Zeit an und ergeben eine immer größere Belastung, so dass die Anzahl bösartig entartender Zellen steigt. Gleichzeitig nimmt im Alter die Fähigkeit des Immunsystems ab, defekte Zellen zu beseitigen.

Autor/Autoren: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. Johannes Mann, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018

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