Tetanus: Symptome

Als erstes Symptom kommt es zu Muskelkrämpfen, meist zunächst im Gesicht. Diese Krämpfe verzerren den Gesichtsausdruck zu einer Art „Dauerlächeln". Die Patienten können zudem den Mund nicht vollständig öffnen. Weitere Frühzeichen sind ein steifes Gefühl im Nacken und im Bauch sowie Schluckbeschwerden. Fieber ist dagegen kein typisches Erstsymptom der Erkrankung. Die Patienten haben kurz nach einer Infektion wenn überhaupt nur leicht erhöhte Temperatur.

Eine Tetanus-Infektion kann unterschiedlich verlaufen:

? Generalisierter Tetanus

? Lokalisierter Tetanus

? Neonataler Tetanus

Generalisierter Tetanus

Die typischen Muskelkrämpfe treten meist zunächst im Gesicht auf. Die Patienten haben einen charakteristischen Gesichtsausdruck: Durch die Krämpfe scheinen sie ständig zu lächeln („Risus sardonicus") und können den Mund nicht vollständig öffnen (Kiefersperre, sog. Trismus). Sind auch die Muskeln im Schlund und im Kehlkopf betroffen, kann es zu Schluckstörungen oder einer Verengung der Stimmritze kommen. Manchmal ziehen sich bestimmte Muskelgruppen z.B. am Rumpf plötzlich zusammen. Diese Krämpfe sind äußerst schmerzhaft. Arme und Beine sind nur selten betroffen. Verkrampfen sich gleichzeitig Muskeln am Rumpf, die den Körper beugen und strecken, können Knochen oder Wirbelkörper brechen. Oft treten im Verlauf ausgeprägte Unruhe und Reizbarkeit auf, die Patienten sind jedoch voll bei Bewusstsein.

Darüber hinaus können im weiteren Verlauf Atemprobleme auftreten: Die Atemwege können sich verengen, Lungenbläschen zusammenfallen und Flüssigkeit kann sich anstauen oder die Lunge sich entzünden. Manchmal kommt es auch zu Blutdruckschwankungen, Durchblutungsstörungen, Fieber und Schweißausbrüchen.

Lokalisierter Tetanus

Ein lokaler Tetanus kommt selten vor. Hierbei treten die Muskelkrämpfe nur in der Umgebung der Eintrittsstelle der Tetanus-Bakterien auf. Zu dieser Verlaufsform kommt es meist dann, wenn die letzte Impfung lange zurück liegt und nur noch teilweise Schutz bietet. Ein lokalisierter Tetanus verläuft in der Regel weniger schwer als die generalisierte Form.

Neonataler Tetanus

An einem neonatalen Tetanus erkranken Neugeborene, deren Mütter keinen ausreichenden Impfschutz haben und deren Nabelschnur bei der Geburt nicht steril abgebunden wurde. Die Infektion äußert sich meist in den ersten 2 Wochen nach der Geburt. Bei den Säuglingen treten wie bei Erwachsenen Muskelkrämpfe auf. Oft haben sie zudem nicht genug Kraft zu trinken.

Autor/Autoren: Wissensch. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Mirjam Schunk, Prof. Dr. Thomas Löscher

Literatur:
• Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018 • WHO: Immunization, Vaccines and Biologicals: Tetanus, unter www.who.int/immunization/monitoring_surveillance/burden/vpd/surveillance_type/passive/tetanus/en/ (abgerufen am 29.09.2018) • ECDC, Annual Epidemiological Report for 2016 Tetanus, unter: https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/AER_for_2016-tetanus-rev.pdf (abgerufen am 29.09.2018)

Letzte Aktualisierung: 29.01.2019

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