Tetanus: Was ist das?

Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani hervorgerufen wird. Die im Boden ohne Sauerstoff lebenden Erreger gelangen in der Regel bei Verletzungen auch durch kleinste Wunden in den Körper. Die Erkrankung wird durch Giftstoffe - so genannte Toxine - verursacht, die von den Bakterien produziert werden und die vor allem das Nervensystem schädigen. Dies führt zunächst zu Muskelkrämpfen der Kaumuskulatur, zu Muskelsteife und zu Schluckstörungen. Später kommt es zu schweren Muskelkrämpfen am gesamten Körper, zu Störungen des Kreislaufs und der Atmung.

Tetanus kommt weltweit vor und verläuft, je nach Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und Verfügbarkeit von optimaler intensivmedizinischer Behandlung, in etwa 10% - 70% der Fälle tödlich. Die Erkrankung fordert unter Neugeborenen die meisten Todesopfer: Trotz deutlichem Rückgang der Fallzahlen in den letzten 20 Jahren starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 2016 etwa 72.600 Neugeborene und Kleinkinder weltweit an Tetanus. Schutz bietet eine Impfung bereits im Säuglingsalter, die im Laufe des Lebens regelmäßig aufgefrischt werden sollte. Im Notfall kann auch noch nach einer möglichen Infektion geimpft werden, wenn nicht klar ist, ob der Impfschutz ausreicht.

Autor/Autoren: Wissensch. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Mirjam Schunk, Prof. Dr. Thomas Löscher

Literatur:
• Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018 • WHO: Immunization, Vaccines and Biologicals: Tetanus, unter www.who.int/immunization/monitoring_surveillance/burden/vpd/surveillance_type/passive/tetanus/en/ (abgerufen am 29.09.2018) • ECDC, Annual Epidemiological Report for 2016 Tetanus, unter: https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/AER_for_2016-tetanus-rev.pdf (abgerufen am 29.09.2018)

Letzte Aktualisierung: 29.01.2019

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