Tetanus: Vorsorge & Impfung

Den sichersten Schutz vor Tetanus bietet eine aktive Schutzimpfung. Dabei spritzt der Arzt inaktiviertes Tetanus-Gift (Tetanus-Toxoid) in den Muskel des Oberarmes oder des Oberschenkels (bei Kleinkindern), gegen das der Geimpfte Antikörper bildet, die ihn bei einer Infektion vor dem Tetanus-Toxin schützen.

Zur Grundimmunisierung erhalten Säuglinge entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut viermal eine Tetanusimpfung, üblicherweise mit den Mehrfachimpfstoffen, die im Alter von 2, 3, 4 und 11-14 Monaten gegeben werden.

Die Impfung sollte regelmäßig aufgefrischt werden. Mediziner nennen dies „Booster-Impfung". Die WHO empfiehlt, eine Booster-Impfung einmal zu Schulbeginn, einmal als Teenager (12-15 Jahre) und als junge Erwachsene durchzuführen. Die Booster-Impfung sollte dann im Erwachsenenalter alle 10 Jahre durchgeführt werden. Meist wird die Impfung in Kombination mit einer Impfung gegen Diphtherie durchgeführt. Zum Auffrischen genügt eine einzelne Impfung, selbst wenn die letzte Impfung schon länger als 10 Jahre zurückliegt. Wurde die Grundimmunisierung als Kind versäumt, kann man diese jederzeit nachholen (zwei Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen und eine dritte Impfung nach frühestens einem halben Jahr).

Gegen Tetanus sollte sich jeder impfen lassen. Besonders wichtig ist die Impfung für ältere Menschen mit Durchblutungsstörungen, Menschen mit Diabetes und für solche mit Erkrankungen der Hautoberfläche wie Geschwüren am Unterschenkel (Ulcus cruris) oder offenen Hautausschlägen (Ekzem). Um eine Infektion von Neugeborenen zu verhindern, sollte die Mutter ausreichend geimpft sein. Denn die schützenden Antikörper aus dem Blut der Mutter gelangen über den Mutterkuchen in das Blut des Kindes. Zusätzlich ist es wichtig, für ausreichende Hygiene bei der Geburt zu sorgen.

Impfung nach einer Verletzung

Nach einer Verletzung kann jeder Betroffene geimpft werden, wenn nicht klar ist, ob sein Tetanusschutz noch ausreicht (sog. postexpositionelle Impfung). Je nach Anzahl der bereits vorgenommenen Impfungen, des Zeitintervalls zur letzten erfolgten Tetanus-Impfung und in Abhängigkeit von der Art der Verletzung werden entweder eine aktive Auffrischimpfung alleine oder eine aktive Impfung in Kombination mit einer passiven Immunglobulin-Gabe empfohlen. So werden z.B. Patienten mit kleineren sauberen Wunden aktiv geimpft, wenn sie weniger als 3 Tetanus-Impfungen aufweisen oder die Zahl der Impfungen unbekannt ist.

Tiefe oder verschmutzte Verletzungen, schwere Verbrennungen und Erfrierungen sollen bei unzureichendem Tetanusschutz sowohl mit einer aktiven Impfung als auch mit Immunglobulinen versorgt werden. Die aktiven Tetanus-Auffrischimpfungen werden in der Regel zum Anlass genommen, auch den Diphtherie-Impfschutz zu erneuern.

Autor/Autoren: Wissensch. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Mirjam Schunk, Prof. Dr. Thomas Löscher

Literatur:
• Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018 • WHO: Immunization, Vaccines and Biologicals: Tetanus, unter www.who.int/immunization/monitoring_surveillance/burden/vpd/surveillance_type/passive/tetanus/en/ (abgerufen am 29.09.2018) • ECDC, Annual Epidemiological Report for 2016 Tetanus, unter: https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/AER_for_2016-tetanus-rev.pdf (abgerufen am 29.09.2018)

Letzte Aktualisierung: 29.01.2019

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