Tetanus: Vorkommen & Ansteckung

Vorkommen von Tetanus

Das Tetanus-Bakterium Clostridium tetani kommt weltweit vor. Besonders häufig treten Infektionen in feuchtwarmen Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung auf, in denen die meisten Menschen nicht oder unzureichend gegen Tetanus geimpft sind. Da in Europa und Nordamerika viele Menschen gegen Tetanus geimpft sind, kommt es hier nur selten zu einer Erkrankung: In Deutschland erkrankten in den letzten Jahren weniger als 15 Menschen pro Jahr an Tetanus, etwa jeder zehnte Patient verstarb. In den Jahren vor 1970 infizierten sich dagegen jährlich noch über 100 Menschen. In Europa sind über 70% der gemeldeten Erkrankten über 65 Jahre alt.

Ansteckung mit Tetanus

Die Ruhestadien der Bakterien (Sporen) gelangen in der Regel nach Verletzungen über häufig auch nur sehr kleine Wunden in den Körper - oft zusammen mit Fremdkörpern wie Holzsplittern, Nägeln oder Dornen. Die Wunden müssen nicht offen sein, bereits kaum sichtbare Bagatellverletzungen können gefährlich sein. Auch Verbrennungen oder Hautgeschwüre können Eintrittspforten sein. Im Körper wandeln sich die Sporen wieder in aktive Bakterien um, die dann die für den Körper schädlichen Giftstoffe (Toxine) produzieren. Tetanus-Patienten können die Erreger nicht auf andere Menschen übertragen.

An Tetanus können Menschen jeden Alters erkranken. Besonders gefährlich ist die Infektion jedoch für Neugeborene. In Ländern mit schlechter hygienischer Versorgung können die Keime nach der Geburt über die Nabelschnurwunde ins Blut gelangen, wenn die Wunde nicht steril versorgt wurde. Dies kommt insbesondere in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern vor, in denen Kinder häufig zu Hause zur Welt kommen. Eine Tetanus-Infektion bei Neugeborenen endet oft tödlich.

Die Inkubationszeit, also die Zeit vom Eindringen der Erreger bis zum Auftreten erster Beschwerden, schwankt erheblich zwischen 3 Tagen und 3 Wochen. Manchmal treten aber schon nach einem Tag oder erst nach mehreren Monaten Symptome auf. Je früher diese nach einer Infektion auftreten, desto schwerer verläuft die Erkrankung.

Autor/Autoren: Wissensch. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Mirjam Schunk, Prof. Dr. Thomas Löscher

Literatur:
• Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018 • WHO: Immunization, Vaccines and Biologicals: Tetanus, unter www.who.int/immunization/monitoring_surveillance/burden/vpd/surveillance_type/passive/tetanus/en/ (abgerufen am 29.09.2018) • ECDC, Annual Epidemiological Report for 2016 Tetanus, unter: https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/AER_for_2016-tetanus-rev.pdf (abgerufen am 29.09.2018)

Letzte Aktualisierung: 29.01.2019

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