Venenthrombose: Untersuchungen & Diagnose

Eine sorgfältige ärztliche Untersuchung bzw. Diagnosestellung ist die Grundvoraussetzung für eine wirksame Behandlung einer Thrombose. Am Anfang sollte stets eine genaue Anamneseerhebung (Befragung des Patienten) stehen, dann begutachtet der Arzt die betroffene Extremität und tastet sie ab. Ödeme, Schmerzen, Spannungsgefühle und sich deutlich abzeichnende Venen deuten zumindest mit einer Sicherheit von ca. 60% auf das Vorliegen einer Thrombose hin, allerdings können die Symptome gleichwohl auch mal andere Ursachen haben.

Deshalb sollten sich bei Verdacht auf eine Beinvenenthrombose immer bildgebende Verfahren zur endgültigen Sicherung der Diagnose anschließen. Dabei kommt heutzutage die Ultraschalluntersuchung (Duplex-Sonografie) in der Regel als erstes zum Einsatz. Sie ist im Gegensatz zur Röntgenuntersuchung (Phlebografie mit Kontrastmitteln) für den Patienten in keinster Weise belastend. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung können die Venen und evtl. vorhandene Blutgerinnsel direkt dargestellt werden. Im Rahmen dieser Untersuchung erfolgt auch eine Kompressionssonografie. Hierbei wird mit der Ultraschallsonde die thromboseverdächtige Vene zusammengedrückt. Kann die Vene komplett komprimiert werden, liegt in diesem Bereich kein Blutgerinnsel vor, ist dies nicht oder nur teilweise möglich, deutet dies auf eine Thrombose hin. Ein zusätzliches Indiz auf eine komplett verschließende Venenthrombose ist es, wenn der Arzt bei der Ultraschalluntersuchung keinen Blutfluss in den verschiedenen Venenabschnitten feststellen kann.

Sollte diese Untersuchung noch keine sichere Diagnose bringen, erfolgen weitere Maßnahmen. Dazu gehört bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose eine Blutentnahme für eine D-Dimer-Wertbestimmung. Hierbei werden Fibrinspaltprodukte gemessen, die bei einer akuten Thrombose für Tage oder auch Wochen erhöht sind. Fibrin ist ein wichtiges Bluteiweiß, welches bei einer Thrombose und ihrem Abbau eine wichtige Rolle spielt. Ist der Test negativ, so schließt dies das Vorliegen einer frischen oder subakuten Venenthrombose mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Erhöhte D-Dimer-Werte müssen jedoch nicht immer Zeichen einer Venenthrombose sein. Sie können auch aus vielen anderen Gründen erhöht sein, z.B. kurz nach einer Operation, bei einer Infektion, bei Verletzungen, bei einer Schwangerschaft oder bei einem Tumor.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 21.08.2017

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