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Krebs


 
Bild: Tumor im Dickdarm.
Der Begriff „Krebs" bezeichnet nicht eine einzelne Krankheit, sondern umfasst viele unterschiedliche Erkrankungen: Mittlerweile sind über 200 Krebserkrankungen bekannt, die meist nach dem betreffenden Ursprungsgewebe und -organ benannt werden. Gemeinsames Merkmal aller Krebserkrankungen ist die Entartung und unkontrollierte Vermehrung von Körperzellen. Theoretisch kann aus jeder Zelle des Körpers eine entartete Krebszelle entstehen.

Gesunde Körperzellen verfügen über eine innere Uhr, die das Wachstum, die Ausreifung, den Zeitpunkt der Teilung, die Alterung und das Sterben einer Zelle steuert. In entarteten Krebszellen ist dieser Regelmechanismus jedoch gestört. Derartig kranke Zellen folgen ihrem eigenen, unkontrollierten Vermehrungsprogramm und teilen sich viel häufiger als gesunde Zellen. Dadurch entsteht ein Verband aus entarteten Zellen, eine Geschwulst bzw. ein Tumor.

Ein Tumor kann eine gutartige (benigne) oder eine bösartige (maligne) Neubildung (Neoplasie) von Körpergewebe sein. Tumorgewebe, das am Ort seiner Entstehung verbleibt und nicht in benachbartes Gewebe eindringt, wird als gutartiger Tumor bezeichnet. Da gutartige Tumore nicht in benachbartes Gewebe einwachsen, können sie meist leichter operativ entfernt werden. Sie werden deswegen auch nicht bzw. noch nicht als Krebsgeschwür bezeichnet.

Bösartige Tumore bestehen aus stärker veränderten Zellen. Sie dringen in benachbarte Gewebe ein und zerstören diese. In solchen Fällen spricht man von Krebs. Krebszellen können zudem die Fähigkeit besitzen, über den Lymph- und Blutstrom in andere Organe zu gelangen, wo sie sich ansiedeln und Tochtergeschwüre (Metastasen) bilden können.

 

Krebs wird häufiger erkannt als früher

 
Bild: Endoskopische Untersuchung
des Dickdarms.
Fast eine halbe Million Menschen erkrankt in Deutschland jährlich neu an Krebs. Im Jahr 2004 waren es insgesamt 436.500 Menschen, davon 206.000 Frauen. Die Zahlen steigen seit Jahren an: 2002 wurde nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei etwa 424.000 Menschen in Deutschland im Jahre 2002 ein bösartiger Tumor festgestellt und damit knapp 30.000 Fälle mehr als 2 Jahre zuvor. Diese Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass die Krebserkrankungen tatsächlich in dem Maße zunehmen, wie es die steigenden Zahlen vermuten lassen. Denn die Zunahme der registrierten Fälle kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass die Ärzte heute mehr bösartige Tumoren in einem früheren Stadium entdecken als früher. Zudem steigt die Zahl der Menschen, die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen.

Wie viele Menschen in einem Jahr an Krebs erkranken, lässt sich zudem nur schwer ermitteln, da es kein zentrales Register in Deutschland gibt, in dem alle Krebserkrankungen erfasst werden. Es existieren vielmehr mehrere Krebsregister, die darüber hinaus noch nicht überall in Deutschland existieren.

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