24.07.2012
Vor Hepatitis kann man sich schützen
Informier Dich, schütz Dich, lass Dich testen - dazu ermuntert die Gastro-Liga anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags, der alljährlich auf den 28. Juli fällt.
Jeder zwölfte Mensch weltweit ist mit Hepatitis B- oder Hepatitis C-Viren chronisch infiziert. Doch die wenigsten wissen davon. Hinzu kommt: Die Leber leidet stumm, warnende Symptome bleiben oft jahrelang aus. Das bedeutet, die meisten Ansteckungen geschehen, ohne dass es die Betreffenden sofort bemerken. Ein erstes Warnsignal für eine Infektion oder andere Lebererkrankungen können erhöhte Leberwerte sein. Um also frühzeitig zu wissen, ob die Leber erkrankt ist, sollte jeder regelmäßig seine Leberwerte beim Hausarzt bestimmen lassen. Nur wenn eine Leberwertbestimmung zur Routineuntersuchung gehört, kann man rechtzeitig eine Erkrankung der Leber erkennen.
Treffen kann die Infektion jeden. Unter dem Motto „Näher als Du denkst: Das ist Hepatitis... Informier Dich. Schütz Dich. Lass Dich testen." steht der Welt-Hepatitis-Tag, der alljährlich auf den 28. Juli fällt - den Geburtstag des inzwischen verstorbenen Hepatitis-B-Entdeckers Prof. Baruch Bloomberg. „Hepatitis B- und C- Virusinfektionen können nach Jahren zur Leberzirrhose und zu Leberkrebs führen. Am Ende kann sogar die Transplantation stehen. Deshalb ist eine frühe Diagnose lebenswichtig", erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstand Deutsche Leberstiftung. Es habe in den letzten zehn Jahren große Fortschritte in der Therapie der Hepatitis gegeben. So sei Hepatitis C - bei rechtzeitiger Diagnose - heute bei vielen Patienten heilbar. Hepatitis B zumindest kontrollierbar. Trotzdem sei auf jeden Fall immer eine heute mögliche Impfung gegen Hepatitis A und B das beste Mittel, sich vor einer Infektion zu schützen.
Die Leber funktioniert wie ein kompaktes Kraftwerk in unserem Körper. Sie gehört zu den größten Organen des Menschen und arbeitet wie eine kleine chemische Fabrik. Die Leber filtert Schadstoffe aus dem Blut, sondert mit der Galle Stoffwechselprodukte über den Darm ab und reguliert unter anderem Fett- und Zuckerstoffwechsel wie auch den Mineral- und Vitaminhaushalt. In dieser Fabrik werden Eiweiße aus der Nahrung in ihre Bausteine, die Aminosäuren, zerlegt und dann zu körpereigenen Proteinen wie Enzyme, Gerinnungsfaktoren und Hormonen umgebaut.
Insofern ist eine gesunde Leber lebenswichtig. Neben Infektionen können auch Übergewicht, ungesunde Lebensweise, toxische Stoffe (Alkohol, Medikamente) und Autoimmunerkrankungen die Leber krank machen. Vor allem Berufsgruppen im Gesundheitswesen sind gefährdet, sich mit Hepatitis B oder C anzustecken. Hier führt der Ansteckungsweg über Kontakt mit Blut. Bei Hepatitis B kommt zusätzlich noch das Ansteckungsrisiko über Körperflüssigkeiten wie Sperma und Scheidensekret hinzu. Auch verunreinigte Geräte und Nadeln bei Piercings oder Tattoos können zu einer Infektion mit dem Hepatitis B-Virus führen. Das Hepatitis B-Virus ist hundertmal ansteckender als der HI- Virus.
Um in Deutschland über Leberkrankungen zu informieren, haben die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e.V. den jährlichen Deutschen Lebertag (am 0.11.2012) als speziellen Aufklärungstag ins Leben gerufen. Informationen unter www.lebertag.org und www.welthepatitistag.info.
Fragen rund um Reise-Impfungen und generell Impfschutz können auf www.impfenimdialog.de an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.
Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
