Fettstoffwechselstörung: Ursachen und Risikofaktoren

Was sind die Ursachen von Fettstoffwechselstörungen?

Grundsätzlich spielen angeborene Faktoren und Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle. Bei manchen Fettstoffwechselstörungen (wie z. B. der familiären Hypercholesterinämie) steht die angeborene Komponente ganz im Vordergrund. Bei anderen (z. B. Hypertriglyceridämie bei Übergewicht) ist der Lebensstil von überragender Bedeutung. Daneben gibt es zusätzliche Faktoren (wie z. B. bestimmte Medikamente oder Begleiterkrankungen) die ebenfalls die Blutfette beeinflussen können.

Grundsätzlich kann man sagen, dass bei erhöhten Triglyceridwerten (Hypertriglyceridämie) der Lebensstil eine größere Rolle spielt als bei LDL-Hypercholesterinämie oder Lipoprotein(a)-Erhöhung. Entsprechend kann bei Hypertriglyceridämie über eine Veränderung des Lebensstils in aller Regel auch ein stärkerer Einfluss ausgeübt werden als bei LDL-Hypercholesterinämie. Wichtige Faktoren sind hierbei die Normalisierung des Gewichts, Reduktion (oder Verzicht) auf Alkohol, Verzicht auf schnell verstoffwechselbare Kohlenhydrate (Zucker).

Wie führen Blutfette zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen?

Man geht heute davon aus, dass bei einer erhöhten Konzentration von Lipoproteinen im Blut diese in die Gefäßwand eindringen und dort einen Entzündungsprozess auslösen können. Dieser Entzündungsprozess stellt den Ausgangspunkt für Gefäßveränderungen dar, an deren Ende Schlaganfall und/oder Herzinfarkt stehen können. Allerdings gibt es neben den Blutfetten auch andere wichtige Faktoren, die diesem Prozess beeinflussen können. Hier sind Rauchen, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, aber auch unbekannte Faktoren zu nennen. Dies erklärt, warum manche Personen trotz hoher Blutfette keinen Herzinfarkt erleiden und andere trotz relativ niedriger Werte gefährdet sind.


Autor/Autoren: Wissensch. Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. Klaus G. Parhofer, Münche

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018

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