Osteoporose: Risikofaktoren

Von einigen Faktoren ist bekannt, dass sie das Risiko einer Osteoporose erhöhen.

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  • Falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Lebensalter
  • Schlanker Wuchs
  • Schwangerschaft

Falsche Ernährung

Eine zu geringe Kalziumaufnahme mit der Nahrung kann die Einlagerung des Minerals in die Knochen verringern. Die Ernährung hat daher einen großen Einfluss auf die Knochengesundheit.

Zu einer Mangelversorgung mit Kalzium und Vitamin D führen:

  • Übermäßige Diäten
  • überhöhter Kaffeegenuss
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • Extrem phosphatreiche Nahrung (z. B. literweise Cola)

Wird mit der Nahrung zu wenig Kalzium aufgenommen, um damit andere wichtigen Körperfunktionen (Knochen, Nerven und Muskelzellen) versorgen zu können, werden die Kalziumspeicher in den Knochen angezapft. Daraus erklärt sich unter anderem, dass untergewichtige Frauen ebenso wie Hochleistungssportler mit strengem Diätplan und geringem Körperfettanteil, einem erhöhten Osteoporoserisiko ausgesetzt sind.

Für die Aufnahme aus dem Darm und die Einlagerung von Kalzium in die Knochen ist Vitamin D in der Nahrung von großer Bedeutung. Der höhere Anteil von Vitamin D wird aber bei genügend Sonneneinstrahlung in der Haut selbst gebildet: 15-30 Minuten Sonne täglich auf Gesicht und Hände reichen im Sommer bereits aus, um die nötige Menge an Vitamin D zu produzieren. Menschen, die sich selten draußen bewegen, oder sich nur im Schatten aufhalten, können deswegen unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. In Breiten jenseits der 40. Breitengrade (nördlich und südlich) ist die Sonneneinstrahlung nicht ausreichend. Zumindest bei Menschen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko wird dort eine Vitamin-D-Ergänzung empfohlen, denn ohne Vitamin D wird ein Großteil des in der Nahrung enthaltenen Kalziums erst gar nicht aufgenommen oder wieder ausgeschieden.

Bewegungsmangel

Körperliche Bewegung ist ungemein wichtig für die Anregung des Knochenstoffwechsels. Bei Kindern fördert sie die Entwicklung der Knochendichte. Erwachsene fördern auf diese natürliche Weise bis in das hohe Alter die Erhaltung ihrer Knochendichte.

Lebensalter

Fehlende körperliche Aktivität stellt bei älteren Menschen ein erhöhtes Risiko für übermäßigen Knochenabbau dar. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern erhöht sich die Gefahr von Knochenbrüchen aufgrund der altersbedingten stärkeren Fallneigung und des abnehmenden Schutzreflexes. Zurückgehendes Weichteilgewebe (Muskeln) führt zu einer deutlichen Zunahme von Oberschenkelhalsbrüchen. Eine Sehstörung kann ebenso dafür verantwortlich sein, dass häufige Stürze erfolgen und die Knochen übermäßig starken Belastungen ausgesetzt sind. Eine Reihe anderer Organstörungen im höheren Alter können die Sturzgefahr weiter erhöhen (Schwindel, Muskelschwund u.a.). Die so genannte Sturzkrankheit ist oft Bestandteil einer im hohen Alter verbreiteten Gebrechlichkeit, die ein sehr hohes Knochenbruchrisiko durch Stürze mit sich bringt.

Ab dem 60. Lebensjahr verringert sich die Versorgung mit Vitamin D deutlich. Einerseits nehmen ältere Menschen oft nicht ausreichend Vitamin D mit der Nahrung auf. Andererseits kann die Haut deutlich weniger Vitamin D produzieren. Zu wenig Sonnenlicht verschärft dieses Problem zusätzlich. Das gilt insbesondere für das Winterhalbjahr, wenn das Sonnenlicht in der Regel ohnehin nicht für die Vitamin-D-Herstellung ausreicht. Eine verminderte Funktion der Nieren mit zunehmendem Alter hemmt außerdem die Herstellung von Vitamin-D-Abkömmlingen. Vitamin D-Mangel im Alter verdoppelt außerdem durch eine gestörte Bewegungskoordination das Sturzrisiko. Hier ist eine Ersatztherapie zwingend erforderlich.

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Gefahr eines Knochenbruchrisikos mit jedem Lebensjahrzehnt verdoppelt. Bei Personen über 65 Jahren stehen 90% der Wirbelkörper- und Oberschenkelhalsfrakturen im Zusammenhang mit einer Osteoporose.

Schlanke, hellhäutige und groß gewachsene Erscheinung

Zierliche, überschlanke Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) kleiner 20 scheinen häufiger zu erkranken, da sie eine geringere Ausgangsknochenmasse haben und das Skelett somit stärker auf Belastung reagiert. Dies könnte auf eine geringere Produktion von Wachstumsfaktoren und auf vergleichsweise verminderte Östrogenspiegel zurückzuführen sein.

Schwangerschaft

Frauen können auch nach einer Schwangerschaft an Osteoporose erkranken, denn während der Stillzeit gibt die Mutter sehr viel Kalzium mit der Milch an ihr Kind ab. Dies kann der gesunde Körper gut kompensieren, Frauen mit einem sehr hohen Osteoporoserisiko können in dieser Situation jedoch eine manifeste Osteoporose bekommen.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Otto-Albrecht Müller, München

Literatur:
Überarbeitete Leitlinie des American College of Physicians (ACP): Annals of Internal Medicine, Online-Veröffentlichung am 9.5.2017
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
Offizielle Behandlungsleitlinien des DVO, 2014: http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie%202014/DVO-Leitlinie%20Osteoporose%202014%20Kurzfassung%20und%20Langfassung%20Version%201a%2012%2001%202016.pdf

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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