Schmerzen: Auswirkungen & Komplikationen

Starke oder lang anhaltende akute Schmerzen bergen die Gefahr, dass der Schmerz auch ohne erkennbare Ursache weiter fortbesteht. Durch eine unzureichende Therapie akuter Schmerzen kann ein Schmerz chronisch werden. Im Gegensatz zum akuten Schmerz sind chronische Schmerzen oft schwer zu behandeln. Ist die Chronifizierung schon weit fortgeschritten, kann eine Behandlung die Schmerzen oftmals nicht mehr völlig beseitigen, sondern nur noch auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Nicht ausreichend behandelte chronische Schmerzen können die Betroffenen dazu verleiten, aus Angst vor den immer wiederkehrenden Schmerzen zu viel und zu häufig Schmerzmittel einzunehmen - meist Medikamente, deren Wirkung rasch einsetzt und schnell wieder abklingt. Viele Schmerz-Patienten brechen daher ihre Therapie vorzeitig ab, wenn ihre Schmerzen nicht befriedigend behandelt werden - Frust und Konflikte mit den behandelnden Ärzten sind dadurch vorprogrammiert.

Ständiger Schmerz macht die Betroffenen häufig depressiv, ängstlich und verzweifelt - fast jeder chronisch Schmerzkranke leidet unter depressiven Verstimmungen. Manche Patienten machen den Schmerz zum Lebensmittelspunkt, sie ziehen sich immer mehr zurück und vermeiden Kontakte mit Freunden und Verwandten. Depressionen und Angst senken wiederum die Schmerzschwelle, so dass sie die Schmerzen noch weiter verstärken. So gelangen viele Schmerz-Patienten in einen regelrechten Teufelskreis, man spricht dann auch von einer „Schmerzkarriere". Diese Karriere lässt sich nur durch eine angemessene Schmerztherapie aufhalten.

Mögliche Nebenwirkungen von Schmerzmitteln

Schmerzmittel können auch selbst Schmerzen erzeugen, wenn sie zu häufig eingenommen werden. Typisches Beispiel ist der „Kopfschmerzmittel-induzierte Kopfschmerz". Es handelt sich um einen dumpf-drückenden Dauerkopfschmerz, der den ganzen Tag über anhält und bei körperlicher Belastung zunimmt. Er wird häufig durch Migräne-Medikamente oder Mischpräparate ausgelöst, wenn diese zu häufig eingenommen werden. Gegen den Kopfschmerzmittel-Kopfschmerz hilft nur ein Absetzen der Schmerzmittel, was sich je nach Medikament unterschiedlich lang hinziehen kann. Beherzigen Sie deshalb folgende Faustregel:

Kopfschmerz-Medikamente (Mono- und Kombinationspräparate) sollten nicht länger als 3 Tage hintereinander und nicht häufiger als 10 Tage pro Monat eingenommen werden.

Darüber hinaus können Schmerzmittel wie alle Medikamente auch Nebenwirkungen verursachen, vor allem wenn sie unsachgemäß und unkritisch eingesetzt werden. Dazu zählen z.B.:

  • Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt (durch Ibuprofen, Diclofenac und andere nichtsteroidale Antiphlogistika, Acetylsalicylsäure)
  • Leberschädigung (z. B. Paracetamol)
  • Nierenschädigungen (z. B. Phenacetin)
  • Atemschwierigkeiten (z. B. Opioide)

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