Pflanzliche Schmerzmittel

Auch Inhaltsstoffe aus Pflanzen können Schmerzen lindern. Dazu zählen z.B.:

Arnika

Arnika wird als Tinktur oder Salbe auf die Haut aufgetragen. Die Inhaltsstoffe wirken schmerzlindernd und gegen Entzündungen. Arnika hilft bei Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden (z. B. bei Rheuma). Man sollte Arnika nicht bei Allergie gegen Kreuzblütler anwenden und nie auf offene Wunden auftragen (Gefahr einer Wundrose). Hautallergien gegen Arnika kommen relativ häufig vor.

Beinwell

Beinwell wird bei Entzündungen auf die Haut aufgetragen und fördert die Wundheilung. Verwendet werden Pasten, Pflanzenpresssaft und Salben. Beinwell hilft bei schmerzhaften Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen. Er sollte nicht auf offene Hautstellen sowie während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern aufgetragen werden. Beinwell sollte zudem nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr angewendet werden.

Campher

Äußerlich angewandt hat Campher einen kühlenden Effekt und erhöht so die Hautdurchblutung. Campher wird bei rheumatischen Erkrankungen der Muskulatur eingesetzt.

Fichtennadel-Öl

Fichtennadelöl fördert die Hautdurchblutung und kann als Salbe oder Badezusatz gegen Muskel- und Nervenschmerzen eingesetzt werden.

Gewürznelken

Gewürznelkenöl wirkt schmerzstillend und wird in der Zahnheilkunde äußerlich als leichtes Betäubungsmittel eingesetzt. Es gibt spezielle Zahntropfen, die bis zu 30% ätherisches Öl enthalten.

Gingko

Gingko verbessert die Durchblutung und kann bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK, „Schaufensterkrankheit") die schmerzfreie Gehstrecke erhöhen. Im Handel sind verschiedene Gingko-Präparate zum Einnehmen erhältlich.

Heublumen

Heublumen werden äußerlich als feucht-heiße Kompressen angewandt. Sie erhöhen die Hautdurchblutung und wirken schmerzlindernd bei rheumatischen Erkrankungen und degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose). Bei akuten Rheumaschüben und Entzündungen der Haut wird von einer Anwendung abgeraten.

Kiefernadel-Öl

Das Öl fördert die Durchblutung. Es kann bei rheumatischen Beschwerden oder Nervenschmerzen aufgetragen werden.

Pappelrinden und -blätter

Pappel-Extrakte enthalten Salicylate und haben daher eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Sie werden als Tee getrunken.

Paprikafrüchte (Cayenne-Pfeffer) & Chili

Äußerlich angewandt lindern Chili und Cayenne-Pfeffer-Extrakt Schmerzen. Ihr Inhaltsstoff Capsaicin hilft besonders bei neuralgischen Schmerzen, wie sie z. B. bei diabetischer Neuropathie, Post-Zoster-Neuralgie, Lumbago (Hexenschuss) oder Tennisellenbogen auftreten. Allerdings wirkt Capsaicin erst nach längerer Anwendung. Zunächst verstärkt es nämlich den Schmerz, indem es die Nervenendigungen dauerhaft aktiviert und dadurch eine anhaltende Ausschüttung der Nervenbotenstoffe bewirkt. Dies hat zur Folge, dass der Vorrat an Nervenbotenstoffen erschöpft wird. Damit dieser Vorrat nicht wieder angelegt werden kann, muss die Behandlung fortgesetzt werden.

Pfefferminz-Öl

Äußerlich eingerieben wirkt Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen).

Rosmarinblätter

Äußere Anwendung in Form von Salben, Cremes, Badezusatz, Rosmarin-Spiritus zum Einreiben. Rosmarinblätter eignen sich zur unterstützenden Behandlung von rheumatischen Erkrankungen.

Senfsamen (weißer Senf)

Die Inhaltsstoffe haben eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung. Zur äußeren Anwendung verwendet man bei Weichteilrheumatismus und degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose) Brei-Umschläge.

Teufelskrallenwurzel

Die Inhaltsstoffe besitzen eine schmerzlindernde Wirkung. Als Darreichungsform stehen Tee oder Fertigarzneimittel zur Einnahme zur Auswahl. Sie kann bei Rückenschmerzen aufgrund von Arthose, Bandscheibenschaden, entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, Kopfschmerzen und Neuralgien eingesetzt werden.

Weidenrinde

Die Inhaltsstoffe wirken antientzündlich, fiebersenkend und schmerzlindernd. Wichtigster Inhaltsstoff ist Salicin - ein Verwandter der Salizylsäure. Weidenrinde kann als Tee eingenommen werden.

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