Ursachen von akuten Schmerzen

In der Regel lösen äußere Verletzungen oder innere Entzündungen akute Schmerzen aus. Das Schmerz-auslösende Ereignis und der empfundene Schmerz hängen also direkt zusammen. Der Schmerz ist in diesen Fällen ein Zeichen für tatsächlich vorliegende Störungen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Knochenbrüche
  • Schnitt- oder Operationswunden
  • Entzündungen
  • Kopfschmerzen
  • Nieren- und Gallenkoliken
  • Regelbeschwerden

Spezielle Nervenfasern leiten Schmerz weiter

Schmerzen entstehen, wenn mechanische (z.B. Sturz), thermische (z.B. Hitze oder Kälte), chemische oder elektrische Reize einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. Das geschädigte Gewebe setzt daraufhin Signalsubstanzen frei, die an spezielle Schmerz-Rezeptoren binden, die so genannten Nozizeptoren. Hierbei handelt es sich um freie Nervenendigungen. Diese Nervenendigungen sind auf die Wahrnehmung und Weiterleitung von schmerzhaften Reizen spezialisiert, können aber auch andere Sinnesreize aufnehmen, wie z.B. Wärme oder Kälte.

Nozizeptoren befinden sich in Haut, Muskeln, Knochen, Gelenken und inneren Organen und melden den aufgenommenen Schmerz an das Rückenmark weiter. Die Nervenfasern unterscheiden sich in ihrem Durchmesser und in ihrer Geschwindigkeit, mit der sie den Schmerzreiz weiterleiten: Die dünnen C-Fasern übertragen Schmerzsignale mit einer Geschwindigkeit von ca. 1,5 Metern pro Sekunde. Dagegen leiteten die A-Fasern den Schmerz mit 15 Metern pro Sekunde und lösen einen Reflex als Reaktion auf den Schmerz aus, z.B. die Hand von einer heißen Herdplatte wegzuziehen.

Schmerzverarbeitung im Gehirn

Vom Rückenmark wird der Schmerzimpuls über aufsteigende Nervenfasern in das Gehirn weitergeleitet. Im Rückenmark kreuzen sich die Nervenbahnen, d.h. ein Schmerzsignal, das von der linken Hand ausgeht, wird zur rechten Hirnhälfte weitergeleitet und umgekehrt. Im Gehirn wird die Information verarbeitet, wo und wie intensiv es schmerzt. Durch eine Verknüpfung mit dem limbischen System, das unter anderem an der Entstehung von Gefühlen beteiligt ist, bewertet das Gehirn Schmerzempfindungen. Deshalb werden Schmerzen in der Regel als unangenehm empfunden.

Schmerzreaktionen des Körpers

Nachdem ein Schmerzsignal das Gehirn erreicht hat, löst dieses Innerhalb kürzester Zeit eine Abwehrreaktion gegen die Schmerzursache aus. Darüber hinaus wird im Gehirn das körpereigene, schmerzhemmende System in Gang gesetzt, wenn die Situation z.B. nach einem Unfall einen handlungsfähigen Organismus erfordert. So regt der Hypothalamus die Ausschüttung von Noradrenalin an. Dadurch beschleunigt sich der Herzschlag, der Blutdruck steigt und die Schweißproduktion wird angekurbelt - der Körper wird also durch das Schmerzsignal in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Schmerzen können durch körpereigene Hemmstoffe auch gelindert oder ganz ausgeschaltet werden. Diese so genannten Endorphine hemmen die die Weiterleitung der Schmerzsignale und verändern die Schmerzempfindung. Sie wirken nur für kurze Zeit und werden bei starken körperlichen Anstrengungen oder Gefahrensituationen ausgeschüttet. Dadurch werden Schmerzen erst wahrgenommen, wenn der Körper zu Ruhe gekommen ist oder die Gefahr vorüber ist, z. B. nach einem Unfall.

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