Schmerzformen

Schmerz kann sich unterschiedliche anfühlen:

  • Anfallsartiger einschießender Schmerz (z. B. Trigeminusneuralgie)
  • Brennend, dumpfer Schmerz (z. B. durch Nervenverletzungen)
  • Tiefer bohrender Schmerz (z. B. durch Schwellungen verursacht wie z. B. bei Morbus Sudeck)
  • Dumpfer Schmerz, der dazu neigt auszustrahlen und von vegetativen Erscheinungen begleitet wird (z. B. Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe).

Sie lassen sich zudem anhand ihrer Entstehung und Schmerzqualität klassifizieren. Solche Unterscheidungen sind wichtig, da die verschiedenen Schmerzarten auf unterschiedliche Medikamente ansprechen. Je nachdem, wodurch Schmerzen entstehen, unterscheidet man zwischen:

Nozizeptor-Schmerz

Diese Schmerzart beruht auf einer Gewebeschädigung durch äußere Einwirkung (z. B. Schlag, Verbrennung, Quetschung), auf einer Entzündung, Tumoren oder auf Koliken. Bei Koliken zieht sich die Muskulatur innerer Organe übermäßig stark zusammen, wodurch es zu einer direkten Erregung von Schmerzrezeptoren kommt. Zum Nozizeptor-Schmerz zählen beispielsweise entzündliche Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, Wund- oder Zahnschmerzen.

Bei neuropathischen Schmerzen sind periphere oder zentrale Nervenfasern selbst geschädigt. Der Schmerz meldet in diesem Fall also keine Gewebeschädigung, sondern seine eigene Funktionsstörung. Typisch für neuropathische Schmerzen sind starke, oft als messerscharf oder brennend beschriebenen Schmerzen. Sie können kurzzeitig als Schmerzattacke auftreten oder lang anhaltend und dumpf empfunden werden. Beispiele dafür sind: Polyneuropathie, Trigeminusneuralgie, Post-Zoster-Neuralgie, zentraler Schmerz nach Schlaganfall, Phantomschmerzen, Bandscheibenvorfall, Schmerzen nach Rückenmarksverletzungen.

Reflektorischer Schmerz

Reflektorische Schmerzen können durch Fehlregulationen oder durch eine Fehlhaltung entstehen. Beispiele sind Migräne, Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Morbus Sudeck, eine Erkrankung, bei der Verletzungen eine komplexe Erkrankung des Binde- und Nervengewebes auslösen.

Psychosomatischer Schmerz

Schmerz kann auch primär durch eine seelische Belastung ausgelöst werden. Ein Beispiel sind Kopfschmerzen. Da Schmerz gleichzeitig eine große seelische Belastung ist, kann sich beides verstärken, so dass Ursache und Wirkung oft nicht mehr genau zu unterscheiden ist.

Viszeraler Schmerz

Hierbei handelt es sich um einen Schmerz, der aus inneren Organen stammt. Er ist dumpf und schlecht zu lokalisieren. Diese Schmerzen werden vom Gehirn bestimmten Haut- (Dermatomen) oder Muskulatur-Arealen (Myotom) zugeordnet. Diese Bereiche an der Körperoberfläche werden auch als Head'sche Zonen bezeichnet. Ihre Lage stimmt in der Regel ungefähr mit dem betroffenen Organ überein, z. B. Brustschmerzen bei Herzinfarkt. In manchen Fällen liegen die Head'sche Zone und der eigentliche Ursprung der Schmerzen weit auseinander. So besitzt die Gallenblase eine Head'sche Zone in der rechten Schultergegend.

Somatischer Schmerz

Der somatische Schmerz wird in einen Tiefenschmerz und in einen Oberflächenschmerz unterteilt: Tiefenschmerzen stammen aus Knochen, Muskel, Gelenken, Bindegewebe. Er ist eher dumpf, strahlt häufig aus und ist von vegetativen Symptomen begleitet (z. B. Übelkeit, Zittern, Schwitzen). Dagegen entstehen Oberflächenschmerzen in der Haut oder Schleimhaut und sind z. B. auf Hautreizungen durch eine Entzündung oder Verletzung zurückzuführen. Sie sind gut lokalisierbar und klingen rasch wieder ab, wenn der auslösende Reiz verschwunden ist.

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