Untersuchungen & Diagnose bei Schmerzen

Um Schmerzen erfolgreich behandeln zu können, muss der Arzt die zugrunde liegenden Ursachen herausfinden. Schmerz-Patienten müssen daher vor einer körperlichen Untersuchung ihre Schmerzen so genau wie möglich beschreiben. Folgende Fragen sind besonders wichtig:

  • Wann haben die Schmerzen begonnen?
  • Wo treten die Schmerzen auf? (Wichtig: Nicht nur mit Worten beschreiben, sondern mit dem Finger darauf zeigen)
  • Von welcher Art sind die Schmerzen (z. B. dumpf, drückend, ziehend, stechend, ausstrahlend)?
  • Wie häufig treten die Schmerzen auf?
  • Wann treten die Schmerzen besonders häufig oder stark auf?
  • Wie stark sind die Schmerzen?

Visuelle Analog-Skala (VAS)

Da jeder Mensch den Schmerz unterschiedlich erlebt und empfindet, muss der Arzt zu Hilfsmitteln greifen, um den Schmerz objektiv erfassen zu können. Eines dieser Hilfsmittel ist die Visuelle Analog-Skala (VAS). Dabei legt der Arzt dem Patienten ein Lineal mit einer Skala von 0 (schmerzfrei) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen) vor. Auf der Rückseite des Lineals kann er die vom Patienten geschätzte Schmerzstärke ablesen. Dies gibt ihm einen Hinweis, wie hoch er Schmerzmittel dosieren muss. Außerdem dient es dazu, den Behandlungserfolg zu messen. An die Befragung schließt sich eine eingehende körperliche Untersuchung an.

Schmerz-Tagebuch

Ein Schmerz-Tagebuch ist ein bewährtes Hilfsmittel für den Arzt, um den Krankheitsverlauf zu beobachten. Der Patient trägt dort Art, Intensität und Dauer seiner Schmerzen ein, zusammen mit den eingenommenen Medikamenten und anderen Besonderheiten. Damit kann der Arzt beurteilen, wie gut eine Behandlung anschlägt.

Bei älteren Menschen lassen sich Schmerzen oft nur schwer einschätzen, denn der Organschmerz lässt im Alter nach, so dass Schmerzen in der Frühphase nicht wahrgenommen werden. Außerdem scheuen sich ältere Menschen aus Angst, ihre Selbständigkeit zu verlieren, zuzugeben, dass sie Schmerzen haben. Statt über Schmerzen klagen sie über schlechten Schlaf oder nächtliches Schwitzen. Auch eine beginnende Demenz kann die Schmerzäußerung beeinträchtigen. Darüber hinaus beeinflussen Depressionen und Vereinsamung zusätzlich sehr stark das Schmerzempfinden.

Kinder wiederum äußern ihre Schmerzen ganz anders als Erwachsene: Bei Schmerzen tendieren sie dazu, sich zurückzuziehen und auffällig ruhig werden. Neugeborene sind blass oder kurzatmig und teilen ihre Schmerzen manchmal nicht einmal durch Schreien mit. Aus diesem Grund wurde bei Frühchen früher keine Schmerzbehandlung durchgeführt. Ältere Säuglinge können bei Schmerzen dagegen ununterbrochen schreien. Kleinkinder äußern sich oft nur ganz allgemein („das Aua tut weh", „Kopf tut weh", „Bauch tut weh"). Deshalb ist eine eindeutige Schmerzbeschreibung erst ab dem Schulalter möglich.

Körperliche Untersuchungen

Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung nimmt der Arzt in manchen Fällen auch neurologische und neuropsychologische Untersuchungen vor. Dazu zählen z. B. Gleichgewichts- und Koordinationsübungen oder Sensitivitäts-Tests. Dabei werden die Funktion der Nerven überprüft und mögliche Einschränkungen festgestellt. Weitere Untersuchungen können ebenfalls Hinweise auf die Ursache von Schmerzen geben:

  • Blut-, Harn- und Nervenwasser (Liquor)-Analyse
  • Computer- und Kernspintomografie
  • Elektroneurodiagnostik (Nervenleitgeschwindigkeit, Elektromyografie)

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