Sodbrennen: Behandlung

Die Wahl der Therapie ist abhängig von der Ursache für die Speiseröhrenentzündug:

  • Speiseröhrentzündung durch Refluxkrankheit
  • Verätzungen der Speiseröhre
  • Soorösophagitis

Speiseröhrenentzündung durch Refluxkrankheit

Zunächst versucht der Arzt zusammen mit dem Patienten die Ernährung und den Lebensstil zu verändern. Die Patienten sollten die tägliche Essensmenge auf viele kleine (5-6) Mahlzeiten aufteilen, denn große, volumenreiche Mahlzeiten verstärken den Druck auf den Schließmuskel. Positiv auf die Beschwerden kann sich auch auswirken, wenn die Patienten nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen essen bzw. nur kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen.

Tabu sind so genannte „Säurelocker", wie Kaffee, Tee, saure Getränke und Alkohol, die die Bildung von Magensäure anregen. Nikotin, Alkohol, Koffein, Kakao und Schokolade fördern außerdem die Bildung von Magensäure und senken die Spannung des Schließmuskels. Patienten mit einer Speiseröhrenentzündung sollten deshalb unbedingt auf das Rauchen verzichten.

Um den Rückfluss von sauren Magensäften zu verhindern, kann es auch hilfreich sein, wenn die Betroffenen mit hoch gelagertem Oberkörper schlafen (Klötze/Kissen unter das Kopfende des Bettes legen) und auf enge Kleidung oder Gürtel verzichten.

Da manchmal auch Stress und Anspannung Ursache für den „sauren Magen" sind, können regelmäßige körperliche Aktivität oder Entspannungstechniken, wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, helfen.

Medikamente

Hilft eine Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht, die Beschwerden zu lindern, kann der Arzt Medikamente verordnen. Zur Behandlung einer leichten Speiseröhrenentzündung gibt es rezeptfreie Medikamente, die der Patient frei verkäuflich in Apotheken erhält. Schwere oder lang andauernde Beschwerden lassen sich dagegen nur mit rezeptpflichtigen Präparaten behandeln.

Frei verkäufliche Medikamente sind z. B. die Antazida. Oft reichen sie zur Behandlung leichter Beschwerden aus. Mit ihnen können sich die Patienten Sodbrennen und säurebedingte Beschwerden ohne Schleimhautschädigung auch gut selbst behandeln. Sie neutralisieren überschüssige Magensäure im Magen und binden Gallensäuren, die vom Dünndarm in den Magen oder sogar bis in die Speiseröhre zurückfließen können. Außerdem tragen sie zum Schutz der Speiseröhrenschleimhaut bei und fördern so die Heilung. Die meisten Antazida wirken innerhalb weniger Minuten. Sie werden nur bei Bedarf eingenommen, also immer dann, wenn Beschwerden auftreten.

Bei stärkeren und länger als 2 Wochen anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt über den Einsatz anderer, rezeptpflichtiger Medikamente entscheiden. In der Regel wird er so genannte Protonenpumpenblocker (z. B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol) verordnen. Das sind Medikamente, die die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen im Magen hemmen. Dadurch führen sie zu einer raschen Besserung der Beschwerden und einem Abheilen der Schleimhautschäden. Sie werden vor allem eingesetzt, wenn der Arzt durch die Endoskopie Schleimhautschäden festgestellt hat und die Medikamente über einen langen Zeitraum eingenommen werden müssen.

Weniger stark wirksam sind die so genannte H2-Blocker (z. B. Ranitidin, Famotidin). Sie sind je nach Dosierung als rezeptfreies oder verschreibungspflichtiges Präparat erhältlich. Sie blockieren die Andockstelle für den Botenstoff Histamin und hemmen so die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen des Magens.

Möglich ist auch der Einsatz von Prokinetika, die die Muskelspannung des Magenschließmuskels steigern sollen, so dass weniger saurer Mageninhalt zurückfließt. Prokinetika regen die Bewegungen der Magen-Darm-Muskulatur an und verkürzen so die Magen-Darm-Passage, wodurch die Muskelspannung des Magen-Schließmuskels verstärkt wird. Sie sind aber weniger wirksamer als die Protonenpumpenblocker.

Operative Behandlung

In sehr seltenen Fällen wird operiert. Ein Grund für eine Operation ist beispielsweise ein Zwerchfellbruch. Eine  Möglichkeit ist, durch endoskopische Nahttechniken aus dem oberen Magenabschnitt einen neuen Muskelring an der Einmündung der Speiseröhre in den Magen zu bilden, der die Speiseröhre verschließt.

Verätzungen der Speiseröhre

Unmittelbar nach dem Unfall sind eine Schockbehandlung und der Einsatz von starken Schmerzmitteln nötig. Wenn möglich sollte der Patient möglichst schnell 1-2 Liter Wasser trinken, um die ätzende Substanz zu verdünnen. Liegt ein Durchbruch der Speiseröhre vor, muss der Patient operiert werden. Um die Gefahr von Infektionen zu senken, werden vorsorglich Antibiotika gegeben. Darüber hinaus versucht der Arzt die Säureproduktion im Magen mit Protonenpumpenhemmern zu drosseln, so dass weniger Säure in die Speiseröhre aufsteigen kann.

Um die Speiseröhre zu schonen, wird der Patient künstlich ernährt. Einige Tage nach dem Unfall beginnt der Arzt, die Speiseröhre zu dehnen, indem er Gummischläuche einführt (Bougierung). Damit kann er verhindern, dass sich in der Speiseröhre Narben bilden.

Soorösophagitis

Zur Vorbeugung sollten immungeschwächte Menschen auf eine sorgfältige Zahn- und Mundpflege achten. Zur Behandlung werden Medikamente gegen Pilze (Antimykotika) eingesetzt.

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