Internisten im Netz

Darmkrebs

Ursachen & Risikofaktoren bei Darmkrebs


Meist entwickelt sich Darmkrebs ohne erkennbare Ursache. Bei bestimmten Darmkrebsformen spielen aber erbliche Faktoren eine maßgebliche Rolle und auch ein ungesunder Lebensstil kann die Entstehung von Darmkrebs ungünstig beeinflussen.

 

Erbliche Faktoren

Darmkrebs kann durch eine entsprechende genetische Veranlagung begünstigt werden. Verwandte ersten Grades von Patienten mit Darmkrebs weisen ein ungefähr doppelt so hohes Erkrankungsrisiko auf wie Personen ohne betroffene Angehörige. Es wird angenommen, dass bei ungefähr 90% der Patienten Veränderungen im Erbgut zu Darmkrebs führen, bei 5-6% ist eine erbliche Form im engeren Sinne erwiesen. Aus diesem Grund wird die Familiengeschichte bei Vorsorgeuntersuchungen besonders berücksichtigt.

Sind in Ihrer unmittelbaren Verwandtschaft Darmkrebsfälle aufgetreten, so bedeutet dies nicht, dass die Erkrankung auch bei Ihnen zwangsläufig ausbricht. Aber Sie sollten sich in diesem Fall von Ihrem Internisten (Gastroenterologen) eingehend beraten und untersuchen lassen.

 

Vererbbare Darmkrebsformen

Zu den vererbbaren Erkrankungen gehören:

  • Familäre adenomatöse Polyposis

Bei dieser Form entstehen aus mehr als 100 Adenome mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bis zum 40. Lebensjahr bösartige Tumore. Die Erkrankung tritt bei jedem 3. Patienten vor dem 30. Lebensjahr auf. In 20-30% der Fälle besteht keine familiäre Vorbelastung, sie entwickeln sich offenbar durch spontane Veränderungen im Erbgut.

Unbehandelt entwickeln praktisch alle Patienten nach etwa 30 Jahren Krebs. Die Therapie der Wahl ist eine vorbeugende operative Entfernung des gesamten Grimm- bzw. Mastdarms.

  • Vererbbares nichtpolypöses Kolonkarzinom-Syndrom (z. B. Lynch-Syndrom)

Diese vererbbare Form tritt bei bis zu 80% der Patienten um das 45. Lebensjahr auf. Der Tumor kommt häufig im rechten Kolonabschnitt vor. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für andere Krebsarten z. B. für Eierstock- bzw. Magenkrebs. Mit Hilfe eines speziellen Kriterienkatalogs lassen sich Personen mit hohem Erkrankungsrisiko identifizieren (Amsterdam-Kriterien). Regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen sind für die Betroffenen besonders wichtig.

Ursache für die Erkrankung ist eine Mutation, so dass Reparaturen an der DNA nicht mehr durchgeführt werden können und sich neue Genveränderungen immer weiter anhäufen. Das krankheitsauslösende Gen kann innerhalb einer Familie mittels Genanalyse bestimmt werden. Familienmitglieder, die dieses Gen nicht besitzen, haben kein erhöhtes Krankheitsrisiko.

 

Besonderheiten bei Kindern

Polypen des Kindesalters sind meist embryonale Gewebsfehlbildungen und können sowohl spontan entstehen als auch Zeichen für eine familiäre juvenile Polyposis sein. Generell sind Patienten mit erblichen Polyposis-Syndromen bereits in jungen Jahren besonders gefährdet, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Lebensstil

Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Darmkrebsrisiko zu verringern. Entsprechend können verschiedene Faktoren die Entstehung von Darmkrebs begünstigen:

  • Fett- und fleischreiche sowie ballaststoffarme Fehlernährung mit zusätzlicher übermäßiger Kalorienzufuhr und Übergewicht. Da ballaststoffarme Ernährung länger im Darmtrakt verbleibt, wirken krebserregende Stoffwechselprodukte der Darmbakterien intensiver auf das Gewebe ein und begünstigen so die Entstehung von Darmkrebs. Eine ausgewogene Ernährung ist auch hinsichtlich des Risikofaktors Übergewicht von großer Bedeutung.
  • Risikoerkrankungen wie langjährige chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (insbesondere Colitis ulcerosa, Brust- , Eierstock- und Gebärmutterkrebs sowie der Zustand nach einer Operation im Urogenitalbereich (z.B. Ableitung der Harnwege in den Grimmdarm, da der Harn Substanzen enthält die krebserregend auf die Grimmdarmschleimhaut wirken können)
  • Das Alter leistet ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Entwicklung des Darmkrebses. Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko erheblich an. 90% der Darmkrebsfälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf.
  • Neuere Studien weisen einen Zusammenhang zwischen erhöhtem langjährigen Nikotin- und Alkoholkonsum und Darmkrebs nach. Beide Genussmittel enthalten Stoffe, die die Darmzellen schädigen.

Bei weniger als 1% der Patienten ist der Darmkrebs Folge einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

« vorherige Seite

nächste Seite »

Artikel mit Unterseiten drucken   Artikel empfehlen

Zum Thema