Behandlung bei Darmkrebs

Die Behandlung von Darmkrebs hat die vollständige Entfernung oder Zerstörung des Tumors und seiner Tochtergeschwülste zum Ziel, denn nur so ist eine Heilung möglich. Der Facharzt kann den Krebs operativ oder mittels Medikamenten entfernen oder durch radioaktive Strahlung zerstören. Oft werden die Behandlungsmethoden auch kombiniert, um den Behandlungserfolg zu erhöhen. Für den Arzt ist es jedoch schwierig zu erkennen, ob seine Behandlung erfolgreich war.

Dank neuer Operationstechniken, verbesserter Medikamente und gezielterer Bestrahlung haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Außerdem sind die Nebenwirkungen dieser Behandlungen stark zurückgegangen.

Operative Behandlung

Die Behandlung des Darmkrebses hängt von der Lage des Tumors, seiner Ausbreitung und dem Vorhandensein von Metastasen ab. Grundsätzlich wird bei Darmkrebs der befallene Darmanteil in einem Sicherheitsabstand von 5 cm zum Tumor und benachbarte Lymphknoten operativ entfernt. Für die verschiedenen Darmabschnitte stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Es wird meist versucht, die Anlage eines künstlichen Darmausganges zu vermeiden. Der Standardweg ist noch die offene chirurgische Technik, die Operation wird allerdings immer öfter als Schlüssellochoperation (Laparoskopie) durchgeführt.

Jeder chirurgische Eingriff am Darm kann zunächst eine Lähmung der Darmbewegungen hervorrufen. Wird diese nicht innerhalb weniger Tage aufgehoben, ist ein Darmstillstand/verschluss (Ileus) mit Verstopfung und Überdehnung des Darms die Folge. Die Patienten leiden dann unter starken Bauchschmerzen, Schluckauf und Erbrechen. Durch große Flüssigkeitsverluste und Elektrolytverschiebungen bzw. nachfolgende Infektionen können schließlich lebensbedrohliche Zustände entstehen.

Medikamentöse Behandlung (Chemotherapie)

Die Behandlung von Darmkrebs mit Hilfe von Medikamenten hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Neue Wirkstoffe verbessern die Heilungschancen und besitzen weniger Nebenwirkungen.

Jahrzehntelang war 5-Fluorouracil (5-FU) weltweit das Standardmedikament zur Behandlung von Darmkrebs. Das Medikament blockiert die Neubildung der DNA und hemmt dadurch das unkontrollierte Zellwachstum des Tumors. Die Kombination mit Folinsäure verstärkt diesen Effekt. Als Nebenwirkungen einer 5-Fluorouracil-Gabe können vor allem Schleimhautentzündungen und Durchfall auftreten. Nach Dauerinfusionen über 24 Stunden kann es zu einer schmerzhaften Rötung der Füße und Hände („Hand-foot-Syndrom") kommen.

Bei Versagen einer 5-Fluorouracil/Folinsäure-Behandlung können seit einigen Jahren auch die neueren Wirkstoffe Irinotecan oder Oxaliplatin eingesetzt werden. Typische Nebenwirkung von Irinotecan ist Durchfall, bei Oxaliplatin treten häufig Fehlwahrnehmungen oder Missempfindungen (Hautkribbeln, Ameisenlaufen), Überempfindlichkeiten und Bewegungseinschränkungen auf.

Krebs im Grimmdarm wird nach der Operation ab Stadium I 6 Monate lang mit 5-Fluorouracil und Folinsäure behandelt, da es die Überlebensrate deutlich verbessert. Krebs im Mastdarm wird zusätzlich bestrahlt, um die Gefahr von Tumorneubildungen zu verringern.

Kombinierte Radio/Chemotherapie

Bis vor einigen Jahren wurde Darmkrebs nach einer operativen Entfernung des Tumors mit einer kombinierten Radio/Chemotherapie nachbehandelt. Neue Erkenntnisse lassen jedoch den Schluss zu, dass eine Radio/Chemotherapie vor der Operation wirksamer ist als nach der Operation.

Bei fortgeschrittenem Enddarmkrebs kann vor der Operation eine kombinierte Radio- und Chemotherapie durchgeführt werden, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern und so das Operationsergebnis zu verbessern. Die Chemotherapie wird in der Regel mit 5-Fluorouracil in Kombination mit Folinsäure durchgeführt. Auch nach der Operation erhöht eine kombinierte Radio/Chemotherapie die Überlebensrate der Patienten.

Ist der Tumor bereits soweit fortgeschritten, dass weder Operation noch Chemotherapie oder Bestrahlung eine Heilung versprechen, wird eine so genannte palliative Therapie durchgeführt. Dabei wird versucht, das Leiden des Patienten zu lindern und vor allem drohende Komplikationen zu vermeiden. Eine zusätzliche individuelle ausgefeilte Schmerztherapie sollte immer dazugehören. Ziel der palliativen Therapie ist es, Leben zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität des Patienten zu erhalten.

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