Internisten im Netz

Gesund essen statt Diäten


07.03.2009

Wer sich gesund ernährt, muss nicht unbedingt abnehmen, um seine Blutwerte und seinen Blutdruck normal zu halten. Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse kann sich bereits positiv auf Blutzucker- und Blutfettwerte sowie Bluthochdruck auswirken, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) zum Tag der Gesunden Ernährung am 7. März mit. Wissenschaftliche Studien hätten zudem gezeigt, dass eine Ernährung, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthält, gesünder sein kann als eine fettarme Nahrung mit vielen Kohlenhydraten.

Eine Reihe von Studien aus den letzten Jahren lassen vermuten, dass die generelle Warnung vor fettreicher Nahrung zumindest teilweise revidiert werden muss. So scheint eine fettreduzierte Ernährung keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu haben. Zuletzt haben spanische Wissenschaftler gezeigt, dass eine mediterrane Kost vor einem so genannten Metabolischen Syndrom schützen kann, wenn diese durch Nüsse ergänzt wird und somit besonders viele ungesättigte Fettsäuren enthält (Arch Intern Med 2008, 168: Seite 2449): 30 Gramm Nüsse täglich, davon die Hälfte Walnüsse, verringerten innerhalb eines Jahres die Gefahr für ein Metabolisches Syndrom um 14% - und das, obwohl die Studienteilnehmer so viel essen durften, wie sie wollten.

Eine mediterrane Ernährung besteht aus reichlich Gemüse, Obst, Getreide und Olivenöl sowie in Maßen Fisch, Wein, Fleisch und Milchprodukten. Süßigkeiten sind dagegen Tabu. Nüsse wiederum sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren wie der Alpha-Linolensäure. „Fett ist nicht gleich Fett: Während übermäßige Mengen tierischer Fette mit ihrem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren schädlich sind, wirken ungesättigte Fettsäuren entzündungshemmend und antioxidativ und schützen sowohl vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch hohem Blutzucker", sagt Prof. Otto-Albrecht Müller vom BDI.

Abnehmen bei starkem Übergewicht medizinisch sinnvoll

Selbst bei konstantem Gewicht kann eine gesunde Ernährung also ein Metabolisches Syndrom verhindern. Dies ist insofern überraschend, als dass Gewichtsverlust bislang als wesentlicher Bestandteil einer Behandlung dieser aus zu hohem Gewicht, Blutzucker, Blutfett und Blutdruck bestehenden Erkrankung angesehen wurde. „Die Studie zeigt, dass eine gesunde Ernährung sich auch ohne spezielle Diät unmittelbar auf die Gesundheit auswirken kann. Allerdings wissen wir nicht, ob der Effekt nicht noch größer gewesen wäre, wenn die Studienteilnehmer zusätzlich abgenommen hätten. An der grundsätzlichen Empfehlung ändert sich daher nichts: Wer stark übergewichtig ist, sollte seiner Gesundheit zuliebe abnehmen", rät Prof. Otto-Albrecht Müller. Denn Übergewicht schade der Gesundheit auf vielfältige Weise: So belastet Fettgewebe den Körper mit Entzündungsstoffen und setzt die Wirksamkeit von Insulin herab. Ganz besonders gilt dies für Typ-2-Diabetiker, von denen 80 bis 90% übergewichtig sind.

 

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