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06.01.2017

Unerkannter Diabetes kann auch den Nieren schaden

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben etwa 4,6 Millionen der 18- bis 79-Jährigen in Deutschland Diabetes mellitus - es handelt sich um eine echte Volkskrankheit, wobei von weiter steigenden Zahlen ausgegangen wird. Leider wird diese chronische Stoffwechselerkrankung oft zu spät erkannt. Viele Menschen leben daher mit einem Diabetes, ohne davon zu wissen. Unbemerkt können so Folgeerkrankungen entstehen. Den Blick auf eine rechtzeitige Diagnostik und Therapie lenkte deshalb auch der Weltdiabetestag am 14. November im letzten Jahr mit dem Motto „Augen auf den Diabetes".

„Gerade Augen und Nieren sind oftmals von den Folgen eines zu spät erkannten oder unbehandelten Diabetes betroffen", so der KfH-Vorstandsvorsitzende Professor Dr. med. Dieter Bach. Diabetische Mikroangiopathie ist der Fachbegriff für Gefäßveränderungen an den kleinen Blutgefäßen durch Diabetes, wobei Schädigungen am Augenhintergrund (diabetische Retinopathie) und an den kleinen Nierenkörperchen (diabetische Nephropathie) am häufigsten vorkommen.

Prof. Bach ist Nierenspezialist und Diabetologe und weiß gut Bescheid über die Folgen für die Nieren, wenn Diabetes nicht rechtzeitig diagnostiziert und konsequent behandelt wird: „Bei etwa 20 bis 40 Prozent aller Diabetiker kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer Schädigung der Nieren. Im fortgeschrittenen Stadium wird dann eine Nierenersatztherapie lebensnotwendig." In der Regel handelt es sich dabei um eine Dialysebehandlung, da eine Nierentransplantation wegen des Organmangels oftmals nicht (zeitnah) durchgeführt werden kann.

„Diabetes-Patienten können aber - neben der ärztlichen Behandlung - selbst viel dazu beitragen, ein Nierenversagen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern", ergänzt Bach. Eine Broschüre des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) mit dem Titel „Diabetes mellitus - Nierenfunktion durch rechtzeitige Behandlung stabilisieren" gibt hierzu praktische Tipps und liefert zahlreiche Hintergrundinformationen. Sie steht als Download unter http://www.kfh.de/ zur Verfügung oder kann per Mail bestellt werden bei: info@kfh-dialyse.de.

Am besten wäre es jedoch, so Bach, es gar nicht erst zu einer Diabeteserkrankung kommen zu lassen: „Wir wissen, dass bis zu 70 Prozent der Typ-2-Diabeteserkrankungen durch Veränderung des individuellen Lebensstils verhindert oder zumindest verzögert werden könnten", erklärt Bach. Neben der genetischen Prädisposition seien gerade zu wenig Bewegung und eine überkalorische Ernährung sowie ein damit einhergehendes Übergewicht die Ursachen für die stetig ansteigende Zahl der Patienten mit Typ-2-Diabetes. „Eine besorgniserregende Entwicklung", resümiert Bach.

Quelle: Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH)



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