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14.07.2017

Lärm kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes begünstigen

Seit 2014 untersucht ein interdisziplinäres schweizerisches Studienkonsortium am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) im Rahmen der sog. SiRENE-Studie die Kurz- und Langzeitwirkungen der Verkehrslärmbelastung für die Bevölkerung in der Schweiz in umfassender Weise. Bisher veröffentlichte Resultate dieser Studie wurden am 20. Juni 2017 im Rahmen des ICBEN-Kongresses (International Commission on Biological Effects of Noise) in Zürich vorgestellt. ICBEN findet alle drei Jahre statt und ist der weltweit bedeutendste Kongress zu den Gesundheitsauswirkungen von Lärm.

Diese Ergebnisse zeigen: Der Flug-, Schienen- und Straßenverkehrslärm in der Schweiz kann unerwünschte Gesundheitsauswirkungen zur Folge haben. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Zusammenhang am stärksten beim Straßenlärm erkennbar. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, steigt um 4 Prozent pro 10 Dezibel Zunahme der Straßenlärmbelastung am Wohnort. Aber auch das Risiko für Bluthochdruck und Herzinsuffizienz steigt durch den Verkehrslärm. „Besonders kritisch sind wahrscheinlich Lärmereignisse in der Nacht, die regelmäßig den Schlaf stören", erläutert Martin Röösli, Leiter der SiRENE-Studie und Professor für Umweltepidemiologie am Swiss TPH und der Universität Basel. „Bereits tiefere Lärmbelastungen als bisher angenommen haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit."

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht der Verkehrslärm auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das zeigt eine Untersuchung bei 2.631 Personen, die unterschiedlich stark lärmbelastet sind. „Dabei spielen zwei Mechanismen eine Rolle", erklärt Nicole Probst-Hensch, Leiterin des Departement Epidemiologie und Public Health am Swiss TPH. „Einerseits beeinflusst die chronische Ausschüttung von Stresshormonen den Insulinstoffwechsel. Andererseits ist bekannt, dass Schlafprobleme langfristig den Metabolismus negativ beeinflussen."

Bisher veröffentlichte und weitere Resultate der SiRENE-Studie sollen Informationen für die Behörden im Hinblick auf einen effizienteren Lärmschutz und eine allfällige Anpassung der Grenzwerte für Lärm in der Lärmschutzverordnung (LSV) liefern. Auf die ganze Bevölkerung in der Schweiz bezogen sind die Gesundheitsauswirkungen von Verkehrslärm substanziell, sie verursachen jedes Jahr externe Kosten von geschätzten 1,8 Milliarden Schweizer Franken. Für den einzelnen Menschen seien jedoch Faktoren wie Bewegungsmangel und Rauchen deutlich wichtiger, so Röösli.

Quelle: Swiss Tropical and Public Health Institute

 


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