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11.01.2008

Gelbsucht bedroht Beschäftigte in der Lebensmittelindustrie

Menschen, die beruflich mit Nahrungsmitteln Umgang haben, sollten unbedingt gegen Hepatitis A geimpft sein. So lautet die Empfehlung des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) für über eine Millionen Personen, die - nach Angaben des Bundesamtes für Statistik - in Deutschland in der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie beschäftigt sind. Die Gefahr einer Ansteckung mit Hepatitis A wird häufig unterschätzt. Diese Erreger sind äußerst stabil und werden oft durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln übertragen.

Die Viren können auf Salaten, Gemüse oder Obst genauso vermehrungsfähig bleiben, wie auf Fisch, Fleisch oder Wurstwaren. "Wenn ein Angestellter in einem Lebensmittelbetrieb oder in der Gastronomie an Gelbsucht erkrankt, kann er so regelrechte Ansteckungsketten in Gang bringen. Daher raten wir - neben der Einhaltung der wichtigen Hygienevorschriften beim Umgang mit Lebensmitteln - auch unbedingt zur Impfung gegen Hepatitis", so Dr. Wolf von Römer, niedergelassener Internist aus München und stellvertretender Vorsitzender des BDI. 

Neben Fieber, Übelkeit und allgemeiner Abgeschlagenheit ist vor allem die Gelbfärbung von Haut und Augen typisch für die Erkrankung. Ausgelöst wird diese "Gelbsucht" durch eine Funktionsstörung der infizierten Leber - in der Folge lagern sich Gallenfarbstoffe in der Haut ab. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einiger Wochen wieder ab. „Leider sind Betroffene oft schon Tage vor Ausbruch der ersten Symptome ansteckend - sie verbreiten die Viren also schon - ohne es selbst zu bemerken. Und wenn diese Erreger erst mal in den Lebensmittelkreislauf gelangt sind, ist es oft sehr schwer sie abzutöten. Die Viren sind äußerst stabil und vertragen Minusgrade weit unter dem Gefrierpunkt genauso wie kurzzeitige Erhitzungen bis zu 80°C", warnt von Römer.

Gelbsucht-Alarm in Salzburg

In Salzburg sind mindestens 16 Kunden eines Supermarktes an Gelbsucht erkrankt. Wie die Behörden mitteilten, war ein angestellter Metzger des Betriebes Anfang November an Hepatitis A erkrankt. Da die Krankheit nicht erkannt wurde, hatte der Mann im Supermarkt weitergearbeitet und dabei könnten auch Lebensmittel mit den gefährlichen Viren verunreinigt worden sein. Noch ist nicht bekannt, ob und wenn ja, welche - Nahrungsmittel als Infektionsquelle in Frage kommen. In wie weit auch deutsche Weihnachtsurlauber in Kontakt mit Lebensmitteln aus dem betroffenen Supermarkt gekommen sind, ist ebenfalls unklar. Allerdings gehen die Behörden in Salzburg auf Nachfrage des BDI davon aus, dass sich keine Touristen angesteckt haben, da der Supermarkt abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten Salzburgs liegt.

Die Landessanitätsdirektion in Salzburg rät allen Kunden, die im Zeitraum von Anfang November bis zur Schließung der Lebensmittelabteilung Anfang Januar im Supermarkt im Stadtteil Salzburg-Schallmoos eingekauft haben, zu besonderer Vorsicht und empfiehlt eine Impfung gegen Hepatitis A. Aufgrund der langen Inkubationszeit (Dauer zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch), die bei dieser Erkrankung bis zu 60 Tage dauern kann, rechnen die Mediziner in Salzburg mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungszahlen.

Wegen Impfkosten beim Arbeitgeber nachfragen

Bei einer Impfung gegen Hepatitis A baut sich schon nach ca. 10-14 Tagen der Impfschutz auf. Sie ist gut verträglich und schützt etwa 1-2 Jahre. Eine weitere Impfung, normalerweise nach frühestens 6 Monaten, bietet dann einen Langzeitschutz für mindestens 10 Jahre. Die Impfkosten werden von vielen Großbetrieben in der Lebensmittelindustrie, die über einen eigenen betriebsmedizinischen Dienst verfügen, übernommen. „Wer bei einem kleinen Betrieb oder in der Gastronomie tätig ist, sollte seinen Vorgesetzen auf die Impfung ansprechen", empfiehlt von Römer. Und auch viele Krankenversicherungen erstatten diese Impfung als Reiseimpfung, da die Hepatitis A vor allem in den Tropen, im Mittelmeerraum und in Osteuropa verbreitet ist.

Eine aktuelle Liste der Krankenkassen, die die Kosten für diese Impfung übernehmen, finden Sie hier.

 

 



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