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05.02.2008

Neues Medikament gegen Colitis ulcerosa getestet

Wissenschaftler der Universitätsklinik Heidelberg haben ein viel versprechendes Medikament gegen die chronische Dickdarmentzündung Colitis ulcerosa in einer klinischen Studie erfolgreich getestet (Annals of Internal Medicine 2007, 147: Seite 603). Ein körpereigenes, speziell aufbereitetes Fett kann 80% der Patienten von ihren Beschwerden befreien, ohne dass eine zusätzliche Behandlung mit Kortison nötig ist. Das im Fettgemisch Lecithin enthaltene Phosphatidylcholin macht zudem die Hälfte dieser Patienten beschwerdefrei.

Für die Studie wurde Phosphatidylcholin so „verpackt", so dass es im Gegensatz zu anderen Fetten erst im unteren Teil des Dünndarms freigesetzt wird und von dort den Dickdarm erreicht. Das speziell aufbereitete Phosphatidylcholin kann so die bei Colitis verminderte Schleimschicht auf den Darmzellen verstärken, damit sie wieder ausreichend Schutz vor Bakterien oder anderen Entzündungsauslösern bietet.

Weitere Tests sind geplant

An der Heidelberger Studie nahmen insgesamt 60 Patienten teil, denen 12 Wochen lang entweder Phosphatidylcholin oder ein Scheinmedikament (Plazebo) verabreicht wurde. Nebenwirkungen traten - abgesehen von Blähungen - nicht auf. „Dies ist ein erster Hinweis dafür, dass wir diesen Patienten mit einem nebenwirkungsarmen Therapieverfahren in Zukunft eine Behandlungsalternative anbieten können", bewertet Prof. Wolfgang Stremmel, Direktor an der Uniklinik Heidelberg und einer der Autoren der Studie, die Ergebnisse. Die Heidelberger Wissenschaftler bereiten nun eine deutschlandweite Untersuchung vor, in der das Präparat an mindestens 150 Patienten getestet wird. Ergebnisse werden in ca. 2 Jahren erwartet.

An der schweren Darmentzündung Colitis ulcerosa leiden rund 200.000 Menschen in Deutschland. Meist beginnt die Erkrankung im jungen Erwachsenenalter. Blutige Durchfälle und heftige Schmerzen durch Geschwüre im Dickdarm prägen oft ein Leben lang das Krankheitsbild. Die Ursache der Erkrankung, die das Risiko für Darmkrebs vervielfacht, ist nicht bekannt. Medikamente können nur die Beschwerden lindern, allerdings oft mit erheblichen Nebenwirkungen wie beim entzündungshemmenden Kortison.

Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich an die Universitätsklinik Heidelberg wenden (Studiensekretariat, Tel.: 06221 / 56 8701, E-Mail: anja.hanemann@med.uni-heidelberg.de).

 

 



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