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18.04.2008

Europäische Impfwoche: Impfungen schützen vor Infektionen

Infektionskrankheiten sind weltweit nach wie vor die häufigsten Krankheiten und stehen nach Herz-Kreislaufkrankheiten an zweiter Stelle aller Todesursachen - und dies, obwohl es in vielen Fällen einen wirksamen Impfschutz gibt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr mehr als 2 Millionen Kinder an Krankheiten, gegen die Impfungen möglich sind. Selbst in Europa sterben jährlich etwa 32.000 Kinder an Infektionen, die durch Impfungen hätten verhindert werden können. Zudem kommt es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen von Infektionen wie Masern oder Hepatitis A, bei denen eine größere Anzahl Menschen schwer erkrankt, weil sie nicht geimpft waren.

Um die Impfquote in Europa zu erhöhen, veranstaltet das Europäische Büro der WHO vom 21. bis 27. April die Europäische Impfwoche. Die Veranstaltung, an der 33 europäische Länder teilnehmen, soll das Bewusstsein von Ärzten, Politikern und Patienten für die Notwendigkeit eines ausreichenden Impfschutzes schärfen. Die WHO will so ihr selbst gestecktes Ziel erreichen, Masern und Röteln in Europa auszurotten. „Solche Veranstaltungen sind sehr wichtig, denn die Impferfolge der vergangenen Jahre hatten leider auch einen negativen Begleiteffekt: Viele Menschen nehmen Infektionskrankheiten heute nicht mehr als Bedrohung wahr", beklagt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Die Impfquoten in Deutschland sind zu niedrig. Angefangen von der immer noch unzureichenden Durchimpfungsrate bei Masern über Impflücken beim medizinischen Personal bis hin zu Urlaubern, von denen sich lediglich 20% über Gesundheitsrisiken und Impfungen informieren", so Prof. Löscher.

Impfungen senken Todesfallrate bei Infektionskrankheiten

 
Bild: Gelb verfärbte Bindehäute
bei Hepatitis
Wie erfolgreich Impfprogramme gegen Infektionskrankheiten sein können, zeigen neue Daten aus den USA. Bevor dort mit Impfungen begonnen wurde, starben jährlich im Durchschnitt über 4.000 Menschen an Keuchhusten, etwa 1.800 an Diphtherie, 3.200 an Kinderlähmung, 440 an Masern und 470 an Tetanus. Seit 2004 starben so gut wie keine Menschen mehr an diesen Krankheiten, und die Krankheiten selbst gingen um mehr als 92% zurück. Während vor Beginn der Impfungen jährlich 137 Menschen an Hepatitis A und 237 an Hepatitis B verstarben, sank die Zahl der Todesfälle im Jahr 2006 auf 18 (Hepatitis A) bzw. 47 (Hepatitis B).

„Wenn sich die Impfquoten in Deutschland nicht verbessern, besteht die Gefahr eines erneuten Anstiegs von Krankheits- und Todesfällen durch Infektionskrankheiten", warnt Prof. Löscher. Die zunehmende Zahl von älteren und von chronisch kranken Menschen, aber auch Globalisierung, hohe Mobilität der Menschen und in Zukunft wohl auch der Klimawandel sind Faktoren, die die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger begünstigen können. „Impfungen retten jährlich Millionen von Menschenleben und wir sollten alles dafür tun, dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird", so der Infektions- und Tropenmediziner.

Krankenkassen erstatten Impfkosten

Durch die Gesundheitsreform sind Schutzimpfungen seit April 2007 zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen geworden. Gesetzlich Versicherte haben seitdem einen sicheren Rechtsanspruch auf empfohlene Schutzimpfungen. Außerdem übernehmen eine Reihe von Kassen die Kosten für Impfungen vor Auslandsreisen. Von der ständigen Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut werden derzeit folgende allgemeine Standardimpfungen zur Vorsorge empfohlen: Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken, Meningokokken, Wundstarrkrampf, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, Keuchhusten, Windpocken, Diphtherie und Kinderlähmung. Des Weiteren empfiehlt sie eine Impfung gegen Humane Papilloma-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren und gegen Grippe für Erwachsene über 60 Jahre. Bei Auslandsreisen können zudem Impfungen gegen Hepatitis A, FSME, Gelbfieber oder Typhus sinnvoll sein.

 

 



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