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10.08.2009 Inhalts- und Zusatzstoffe der Nahrung können Pseudoallergien auslösen Treten nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auf, ohne dass eine Allergie auf diese Nahrungsmittel oder Substanzen festgestellt werden kann, so kann dies auf eine so genannte Pseudoallergie zurückzuführen sein. „Sehr häufig werden diese Reaktionen durch Nahrungszusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Säuerungsmittel sowie Farb- und Aromastoffe verursacht. Aber auch natürliche Inhaltsstoffe, die zum Beispiel in Obstsorten wie Ananas, Erdbeeren und Aprikosen vorkommen, können pseudoallergische Reaktionen hervorrufen", erklärt Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Typische Auslöser einer pseudoallergischen Reaktion sind beispielsweise die Konservierungsstoffe Sorbinsäure (E 200 - E 203), Benzoesäure (E 210 - E 213) sowie Schwefeldioxid (E 220 - E 223). Sie sind häufig in aromatisierten Getränken, Füllungen von Nudeln, Trockenfrüchten, Fertiggerichten, abgepacktem und geschnittenem Käse, Schmelzkäse, abgepacktem und geschnittenem Brot, vorgebackenen Backwaren sowie flüssigem Süßstoff enthalten", erklärt der Leiter der Abteilung für Gastroenterologie am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden. Farbstoffe wie Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E104) oder Azorubin (E122) können ebenfalls als Pseudoallergene wirken. Sie sind in aromatisierten Getränken, Süßwaren, Speiseeis, Dessertspeisen und Nahrungsergänzungsmitteln zu finden Pseudoallergene kommen jedoch auch natürlicherweise in Lebensmitteln vor. „So sind zum Beispiel in Äpfeln, Ananas, Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren Salicylate enthalten, die ebenfalls pseudoallergene Reaktionen verursachen können", berichtet der BDI-Experte. Eine weitere Gruppe von Substanzen, die Pseudoallergien auslösen können, sind die so genannten biogenen Amine. Sie befinden sich in Sauerkraut, Salami, Thunfisch, gereiftem Hartkäse, Bananen, Rotwein und Schokolade. Diese körperlichen Reaktionen werden als „pseudoallergisch" bezeichnet, da im Gegensatz zu Allergien das Immunsystem nicht beteiligt ist. Anders als bei Allergien, bei denen bereits sehr geringe Mengen des Allergens ausreichen, treten die Beschwerden bei einer Pseudoallergien erst ab einer bestimmten verzehrten Menge auf. „Daher sollte der Betroffene genau beobachten, nach welcher Art von Lebensmitteln es zu den Beschwerden kommt und diese Erkenntnisse einem Arzt mitteilen", empfiehlt Prof. Raedsch. Zu Beginn einer Behandlung steht zumeist eine mehrwöchige pseudoallergenarme Diät. Je nachdem, wie der Betroffene auf diese Verringerung der Auslösereize reagiert, kann dann eine pseudoallergenreiche Provokationskost sinnvoll sein. Dabei können auch einzelne Substanzen, die bei dem Patienten als Pseudoallergene wirken, gezielt verabreicht werden. „Eine solche Provokationskost sollte jedoch stets unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. In einigen Fällen ist dafür auch ein stationärer Aufenthalt notwendig, um sofort auf mögliche körperliche Reaktionen reagieren zu können", rät Prof. Raedsch.
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