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20.10.2010

Rheuma-Forscher in München und Lübeck ausgezeichnet

Mit dem Rudolf-Schoen-Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) alle zwei Jahre ausschreibt, werden junge Forscher für herausragende wissenschaftliche Arbeiten in der Rheumatologie ausgezeichnet. In diesem Jahr erhalten gleich drei Wissenschaftler den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Preis: die Rheumatologin Julia Holle vom Klinikum Bad Bramstedt, sowie der Arzt Jan Leipe und die Biologin Alla Skapenko von der Rheumaeinheit der LMU München. Die Preisverleihung fand am Eröffnungsabend des DGRh-Jahreskongresses in Hamburg statt.

Die Jury hatte insgesamt 14 Abhandlungen begutachtet, die Forscher und Ärzte verschiedener deutscher Hochschulen und Kliniken eingereicht haben. Ausschlaggebend bei der Bewertung waren die Originalität und die wissenschaftliche Qualität. Letzteres sei bei allen eingegangenen Arbeiten beachtlich gewesen, betont DGRh-Präsident Professor Wolfgang Rüther, der auch die Laudationes für die diesjährigen Preisträger verlas.

Die Arbeitsgruppe um Leipe und Skapenko aus der Rheumaeinheit der Ludwig-Maximilian-Universität München wurden für ihre Arbeit mit dem Titel „Th17 cells in autoimmune arthritis“ prämiert (siehe Arthritis & Rheumatism (2010). Zusammenfassung (abstract).  http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/art.27622/abstract ). Die Jury sieht in dieser Arbeit ein sorgfältig ausgearbeitetes neues Konzept zum Verständnis des Krankheitsgeschehens bei rheumatoider Arthritis und Psoriasisarthritis. Bei diesen häufigen rheumatischen Erkrankungen leiden Betroffene unter dauerhaften Entzündungen der Gelenke, die zu deren Zerstörung führen können. Meist sind auch noch andere Organe betroffen. Ursache der Entzündungen ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Das komplexe Zusammenspiel der beteiligten Immunzellen ist bislang allerdings weitgehend unverstanden. Die Münchner Wissenschaftler wiesen in ihrer Arbeit nun erstmals nach, dass bestimmt T-Helfer-Zellen am Krankheitsgeschehen beteiligt sind. Dies könnte neue Möglichkeiten der Therapie eröffnen.

Frau Dr. Julia Holle aus der Klinik für Rheumatologie und Immunologie des Klinikums Bad Bramstedt wurde für ihre Habilitationsarbeit mit dem Titel „Wegenersche Granulomatose - Neue Aspekte zu Verlaufsformen, Biomarkern, genetischen Risikofaktoren und Prognose“ ausgezeichnet. Die Wegenersche Granulomatose (WG), auch als Morbus Wegener bezeichnet, ist eine seltene Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße entzünden. Bei den Betroffenen bilden sich oft herdförmige, granulomatöse Entzündungen im Gewebe in den oberen oder unteren Atemwegen. Holle untersuchte in ihrer Arbeit den Verlauf der Krankheit in Abhängigkeit von Krankheitsstadium und -aktivität. Zudem überprüfte sie diejenigen Patienten, die keine ausgedehnten körperlichen Merkmale entwickeln. Bisher ist nicht systematisch untersucht, wie viele Patienten dieses seltene Phänomen betrifft und welche klinischen Merkmale sie aufweisen. Darauf sowie auf neue immunologische und genetische Marker zur Charakterisierung der Erkrankung geht Frau Holle in ihrer Arbeit ein.



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