03.01.2018

Was tun bei Verdacht auf eine Helicobacter pylori-Gastritis?

Wiederkehrende, diffuse Oberbauchbeschwerden, Druckgefühl und Aufstoßen können den Verdacht auf eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori nahelegen, da diese recht verbreitet ist.

Viele Patienten, die wegen wiederkehrender, zumeist diffuser Oberbauchbeschwerden den Arzt konsultieren, sind mit dem Magenkeim Helicobacter pylori infiziert. Dies ist zunächst ein Verdacht, der jedoch naheliegt, weil diese Infektion weit verbreitet ist und oft zu eben solchen Beschwerden führt.

Die Verbreitung der Helicobacter pylori-Infektion in Deutschland wird mit 35-40% Prävalenz beziffert. Somit ist etwa jede dritte Person davon betroffen. Unter Personen mit Migrationshintergrund sei sogar mit einer noch viel höheren Prävalenz zu rechnen, berichtet Prof. Dr. Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Facharztzentrum Eppendorf in Hamburg. Die Infektion wird zumeist im Kindesalter durch den engen Kontakt zu infizierten Erwachsenen erworben. Auch der Gletschermann „Ötzi“ war offenbar vor mehr als 5.000 Jahren mit Helicobacter pylori infiziert.

Wer mit dem Magenkeim infiziert ist, hat eine zwei- bis dreifach höhere Wahrscheinlichkeit für Magen-Darm-Beschwerden als ohne Infektion mit dem Magenkeim. Zu den charakteristischen Beschwerden unter einer Helicobacter pylori-Infektion zählt Prof. Dr. Miehlke Oberbauchschmerzen, Druckschmerz und Druckgefühl, Übelkeit, auch Aufstoßen. Unbehandelt kann die Infektion chronische Gastritis, Ulzera in Magen und Zwölffingerdarm und gastrointestinale Blutungen auslösen. „Auch bei Karzinomen und Lymphomen des Magens kann H. pylori eine zentrale Rolle spielen“, heißt es im Weissbuch Gastroenterologische Erkrankungen 2017 der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten“ (DGVS).

Ein Patient mit Helicobacter pylori-Infektion lässt sich heute effektiv zur Entfernung des Keims (sog. Keimeradikation) behandeln. Mit der Keimeradikation können die Beschwerden häufig beseitigt und das Risiko für die Folgekrankheiten massiv gesenkt werden.

Die bloße Annahme einer Helicobacter pylori-Infektion, auch wenn sie noch so wahrscheinlich ist, rechtfertigt aber noch keine solche Behandlung. Vielmehr ist vor jeder Therapie die Diagnose zu sichern; dazu ist der Nachweis des Keimes zu führen.

Quelle: journalmed

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