Heilfasten

Ursprung

Der vorübergehende freiwillige Verzicht auf Nahrung und Genussmittel ist seit Jahrtausenden in fast allen Religionen und Kulturen bekannt. Der Mediziner Dr. Otto Buchinger (1878-1966) gilt mit Veröffentlichung seines Buchs „Heilfasten" im Jahr 1935 als Wegbereiter dieser Therapie in Deutschland. Viele Ärzte, Heilpraktiker, Kurkliniken und einige Krankenhäuser bieten Fasten unter Anleitung bzw. Aufsicht an. Heilfasten wird dem Ziel durchgeführt, eine Krankheit günstig zu beeinflussen. Daneben gibt es Fasten für Gesunde, das stets ambulant durchgeführt wird.

Wirkprinzip & Durchführung

Der menschliche Körper kann für eine begrenzte Zeit schadlos ohne Nahrungszufuhr leben. Das geschieht beispielsweise während des Schlafs oder auch bei akuten Krankheiten, wenn der Patient keinen Appetit verspürt.

Folgende Wirkungen stellen sich während des Fastens ein:

  • Die Energiegewinnung wird vom Kohlenhydratstoffwechsel auf Eiweiß- und Fettstoffwechsel umgestellt. Dadurch nehmen die Patienten ab.
  • Erhöhte Harnausscheidung verbunden mit Natriumausscheidung
  • Cholesterin-, Blutzuckerwerte usw. fallen ab, in vielen Fällen normalisieren sie sich.
  • Gelenke und Wirbelsäule werden entlastet.
  • Antientzündliche Prozesse werden in Gang gesetzt.
  • Die Psyche wird positiv beeinflusst, in der Regel wird das Selbstbewusstsein gestärkt und, bei entsprechender begleitender Schulung, ein gesünderer Lebensstil initiiert.

Das Fasten nach Buchinger beginnt mit einem Vorbereitungstag, an dem nur leicht verdauliche Speisen gegessen werden (Joghurt, Gemüse, Obst usw.). Danach besteht die Ernährung über mehrere Tage oder bis 4 Wochen lediglich aus Wasser, Säften, Brühen und Tee. Am ersten Tag wird außerdem zur Leerung des Darms Glaubersalz eingenommen. Zum Ende der Fastenkur wird mit leichter Kost die feste Nahrungsaufnahme wieder gesteigert. Einige Ärzte empfehlen zusätzlich die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen, um eventuellen Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Hier finden Sie einen 7-tägigen Fastenplan nach Buchinger. Daneben gibt es als naturheilkundliche Fastenformen auch die Fastenkur nach F.-X. Mayr und das Molkefasten.

Anwendungsgebiete

  • Stoffwechselstörungen (Diabetes, Fettstoffwechselstörungen)
  • Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen
  • chronische Verstopfung
  • Übergewicht
  • Durchblutungsstörungen
  • Asthma bronchiale
  • chronische Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn

Wie wirksam ist das Heilfasten?

Über die Wirksamkeit gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien. Insbesondere  die langfristigen Wirkungen sind noch unzureichend untersucht.

Besonderheiten

Falls regelmäßig Medikamente eingenommen werden, sollte die Dosierung vor Beginn des Fastenzeitraums mit dem verordnenden Arzt besprochen werden. Das Heilfasten kann gut mit anderen naturheilkundlichen Verfahren kombiniert werden, da das Regulationsvermögen des Körpers nach Ansicht der Fastenärzte verbessert wird. Wichtig ist während des Fastens vor allem ausreichende Bewegung, um Muskelabbau vorzubeugen.

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