Malaria: Symptome & Komplikationen

Fieber ist für alle Malariaformen typisch. Bei Malaria tropica und bei Knowlesi Malaria ist das Fieber oft unregelmäßig oder sogar durchgehend vorhanden. Bei Malaria tertiana und Malaria quartana dagegen treten häufig - aber nicht zwangsläufig - regelmäßige Fieberschübe im Abstand von 2 oder 3 Tagen auf. Dazwischen kann die Körpertemperatur völlig normal sein. Deshalb wurde die Malaria früher auch als „Wechselfieber" bezeichnet. Während das Fieber bei Nichtimmunen, wie z.B. Reisenden aus Malaria-freien Gebieten, oft rasch ansteigt und hohe Temperaturen erreicht, kann es bei Teilimmunen zu abgeschwächten Verläufen mit nur geringem Fieber und wenig ausgeprägten Symptomen kommen.

Die weiteren Krankheitssymptome können sehr unterschiedlich sein. So treten beispielweise bei Malaria tropica nicht selten auch Darmbeschwerden wie Durchfälle und Erbrechen oder Atemwegsbeschwerden wie trockener Husten auf, die zu verhängnisvollen Fehldiagnosen wie fieberhafte Durchfallerkrankung oder Bronchitis führen können. Reisende sollten daher bei Fieber oder anderen unklaren Krankheitszeichen ab dem 6. Tag nach der Einreise in ein Risikogebiet immer auch an eine Malaria denken. Da die ersten Symptome leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden können, sollten sie in jedem Fall unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Da die ersten Krankheitszeichen zeitlich stark verzögert auftreten können, sollte der Arzt auch auf länger zurückliegende Reisen in Risikogebiete hingewiesen werden.

In seltenen Fällen kann eine Malariaerkrankung trotz korrekt durchgeführter, vorbeugender Einnahme von Malariamedikamenten auftreten. Daher sollte auch hier bei Fieber oder unklaren Krankheitszeichen ein sofortiger Malariaausschluss erfolgen. 

Malaria tropica und Knowlesi-Malaria

Wird eine Malaria tropica oder eine Knowlesi-Malaria nach den ersten Anzeichen nicht behandelt, können Komplikationen auftreten. Meist entwickelt sich eine komplizierte Malaria nach einer Woche, gelegentlich aber schon nach wenigen Tagen. Die auftretenden Komplikationen werden durch Funktionsstörungen aller lebenswichtigen Organe hervorgerufen. So kann es z. B. zu Störungen der Lungenfunktion mit Atemnot, akutem Nierenversagen, Bewusstseinsstörungen und Schockanzeichen kommen. Der Tod tritt ein, wenn die wesentlichen Organsysteme (z. B. Gehirn, Niere, Lungen, Herzkreislauf) versagen.

Es gibt eine Reihe von Befunden, die auf eine komplizierte Malaria hinweisen. So deuten z. B. Bewusstseinseintrübung bis hin zum Koma, unregelmäßige Atmung, Blutdruckabfall, schwere Blutarmut (Anämie) oder fehlende Urinausscheidung auf eine als lebensbedrohlich anzusehende Infektion hin. Die Behandlung muss dann auf einer Überwachungs- oder Intensivstation erfolgen.

Entwickeln sich im Krankheitsverlauf hingegen keine lebensbedrohlichen Komplikationen, spricht man von einer unkomplizierten Malaria tropica oder Knowlesi-Malaria, die dennoch stationär behandelt werden sollte, da sich gelegentlich auch nach Therapiebeginn noch Komplikationen manifestieren können.  

Bei Malaria tropica oder bei Knowlesi-Malaria können innerhalb einiger Wochen Frührückfälle auftreten, die sich oft durch einen erneuten Fieberschub andeuten. Zu diesen Frührückfällen kann es kommen, wenn die Erreger gegen das Therapiemedikament resistent sind oder das Therapiemedikament zu kurz oder in zu geringer Dosis eingesetzt wird.

Malaria tertiana und Malaria quartana

Die charakteristischen, regelmäßigen Fieberschübe in 2- oder 3-tägigen Abständen sind nicht bei allen Patienten zu beobachten. So kann auch tägliches Fieber auftreten, wenn eine Infektion mit zwei unterschiedlichen Parasitengenerationen oder eine Mischinfektion mit dem Erreger der Malaria tropica vorliegt. Malaria tertiana und Malaria quartana verursachen normalerweise keine lebensbedrohlichen Komplikationen. Bei Malaria tertiana sind in Einzelfällen jedoch schwere und tödliche Verläufe beschrieben. Bei allen Malariaformen tritt häufig eine Vergrößerung der Milz auf, die dann leichter verletzlich ist. So kann es  spontan oder nach geringer Gewalteinwirkung zu Milzblutungen oder einem Milzriss kommen. Auch wenn diese lebensbedrohlichen Komplikationen selten sind, sollten die Patienten während und noch mindestens 1 Woche nach Abheilung einer Malaria Aktivitäten vermeiden, bei denen es zu Schlägen auf den Bauch kommen kann.

Autor/Autoren: Wissensch. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Mirjam Schunk, Prof. Dr. Thomas Löscher

Literatur:
• Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 11/2018 • World Malaria Report 2017. Geneva: World Health Organization; 2018.

Letzte Aktualisierung: 29.01.2019

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