Komplikationen und Folgeschäden von Meningokokken-Erkrankungen

Bei einer Meningokokken-Sepsis kann es im weiteren Verlauf zu einem Kollaps des Herzkreislaufsystems und Multiorganversagen kommen. Weitere mögliche Komplikationen sind Nierenversagen oder eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis). Bei einigen Patienten lässt sich ein Absterben von Gewebe nicht verhindern, so dass die betroffenen Gliedmaßen amputiert werden müssen.

Unter einem Schock versteht man ein akut einsetzendes generalisiertes Kreislaufversagen, das infolge der Minderdurchblutung und -Versorgung zu einer zunehmenden Schädigung von Geweben und Organen führt. Im späten Stadium des Schocks kommt es zur Schädigung der Organe und schlimmstenfalls zum Organversagen.

Ein septischer Schock kann unheilbare Organ- und Bewusstseinsbeeinträchtigungen verursachen und ist selbst bei sofortiger intensivmedizinischer Behandlung mit einer hohen Todesrate behaftet. Eine besonders schwer verlaufende Form der Sepsis mit starken Blutungen in Haut, Schleimhäuten und Organen ist das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Es führt über plötzliche Durchblutungsstörungen der Nebennieren zu einem Multiorganversagen und ist auch bei sofortiger intensivmedizinischer Behandlung in bis zu 95% der Fälle tödlich. Unbehandelt ist es immer tödlich.

Trotz aller intensivmedizinischen Möglichkeiten versterben in Deutschland ca. 10% aller Patienten, die an einer Meningokokken-Infektion erkrankt sind. Bei 10 bis 20% bleiben Folgeschäden zurück, z.B. bleibende neurologische Schäden, Entwicklungsstörungen, kognitive Beeinträchtigungen, ein dauerhafter Verlust des Gehörs oder Sehsinns, Krampfleiden (Epilepsie) oder ein Wasserkopf (Hydrocephalus).

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