Verlauf und Prognose von Meningokokken-Erkrankungen

Eine invasive Meningokokken-Erkrankung tritt sehr plötzlich auf und verläuft meist sehr aggressiv. So kann sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Beginn der ersten Symptome zum Tode führen. Erkrankungen durch Meningokokken sind die Hauptursache für eine Infektion der Gehirn und Rückenmark umhüllenden Membran (so genannte bakterielle Meningitis) und/oder Blutvergiftung (Sepsis).

Das Risiko, an einer Meningokokken-Erkrankung zu sterben, hängt von der Verlaufsform ab:

Im Jahr 2008 starben:

  • 2,6% der Patienten mit einer Meningokokken-Meningitis
  • 10% der Erkrankten mit einer Blutvergiftung ohne Waterhouse-Friderichsen-Syndrom
  • 35% der Patienten mit einer Sepsis mit Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

Trotz aller intensivmedizinischen Möglichkeiten versterben in Deutschland ca. 10% aller Patienten, die an einer Meningokokken-Infektion erkrankt sind. Fortschritte hinsichtlich einer frühen Diagnose, einer raschen Behandlung mit hochwirksamen Antibiotika und einer sofortigen Einweisung ins Krankenhaus haben die Todesrate bei Meningokokken-Infektionen zwar schon senken können. Allerdings liegt die Sterberate von Patienten, bei denen sich eine Sepsis entwickelt, immer noch zwischen 20 bis 50%.

Bei 10 bis 20% der Überlebenden bleiben Folgeschäden wie Gehirnschädigungen, Lernschwäche, Verlust des Gehörs oder Sehsinnes und Gliedmaßen-Amputationen zurück (siehe auch Komplikationen & Folgeschäden).

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