Was sind Meningokokken-Erkrankungen?

Pro Jahr erkranken weltweit etwa 500.000 Menschen an invasiven Meningokokken-Erkrankungen. Unbehandelt verstirbt etwa die Hälfte der Erkrankten. Eine intensivmedizinische Behandlung kann die Sterblichkeit  auf ca. 10% reduzieren, dennoch tragen 20% der Erkrankten lebenslange Folgeschäden davon.

Meningokokken sind Bakterien der Art Neisseria meningitidis, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Meningokokken sind streng humanpathogen und besiedeln die Mund- und Rachenschleimhaut. Wenn es den Erregern dabei gelingt, die Schleimhautbarriere im Nasen-Rachen-Raum zu durchdringen, können sie schwere Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Wenn beide Verläufe - Meningitis und Sepsis - gleichzeitig auftreten, verlaufen sie besonders schwer.

Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Erkrankungen in Europa ist auf Meningokokken der Serogruppen B und C zurückzuführen. An diesen erkranken allein in Deutschland jährlich bis zu 400ersonen (durchschnittliche jährliche Fallzahl der letzten zehn Jahre).

In Deutschland sind Meningokokken mit Abstand die häufigsten Auslöser einer bakteriellen Meningitis, von der insbesondere Babys, Kinder und Jugendliche oft betroffen sind. Dennoch können die Erkrankungen prinzipiell jeden treffen. Schließlich trägt etwa jeder 10. Mensch diese Bakterien im Nasen-Rachen-Raum und kann andere Menschen unbemerkt anstecken, vor allem wenn er selbst nicht erkrankt. Insbesondere bei pubertierenden Jugendlichen kann die Trägerrate bis zu 25% betragen. Warum sich bedrohliche Erkrankungen nur bei einer geringen Anzahl der Keimträger entwickeln, ist noch nicht geklärt.

Etwa 12% der Erkrankten versterben, bei bis zu 20% treten schwere, bleibende Folgeschäden auf. So kann es infolge einer Meningitis u.a. zu bleibenden Hirnschäden, Taubheit oder Blindheit kommen. Eine Sepsis kann u.a. eine Amputation von Gliedmaßen wie Fingern, Zehen oder auch Armen und Beinen erforderlich machen.

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