Therapie von Meningokokken-Erkrankungen

Durch Meningokokken verursachte Erkrankungen treten plötzlich auf und sind aggressiv, so dass wenig meist Zeit für die Behandlung bleibt. Sie sind zwar grundsätzlich mit Antibiotika behandelbar - das setzt aber voraus, dass die Gabe der Antibiotika früh genug im Krankheitsverlauf erfolgt. Den besten Schutz vor solchen Infektionskrankheiten bieten insofern nach wie vor prophylaktische Impfungen.

Da die ersten Symptome meist unspezifisch sind und die Erkrankung sehr schnell fortschreiten kann, vergeht häufig wertvolle Zeit, bis ein begründeter Verdacht besteht und die Diagnose gestellt wird. In der Zwischenzeit können sich die Erreger allerdings vermehren und ausbreiten. Auch bekämpft eine Antibiotika-Therapie zwar die Erreger, bereits geschädigtes Gewebe kann sie aber nicht mehr retten. Dann bleiben den Ärzten nur noch (intensivmedizinische) Maßnahmen, die den Körper stabilisieren und so in seinem Kampf gegen die Erreger so weit wie möglich unterstützen.

Durch den Einsatz wirksamster und stärkster Medikamente wird versucht, die Meningitis bzw. die Sepsis unter Kontrolle zu bringen. Kortikosteroide können zur Verhütung von Komplikationen hilfreich sein. Patienten, die eine Sepsis und einen Schockzustand entwickeln, benötigen unbedingt eine intensivmedizinische Behandlung. Nur so besteht eine Chance für sie, die Krankheit zu überleben und die Gefahr von schweren Komplikationen und Folgeschäden so effektiv wie möglich abzuwenden.

Umgebungsprophylaxe

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr bei Meningokokken-Infektionen ist auch die Behandlung von engen Kontaktpersonen eines Infizierten mit Antibiotika erforderlich (so genannte Umgebungsprophylaxe), um eine mögliche weitere Ausbreitung der Infektionskrankheit zu verhindern oder unwahrscheinlicher zu machen. Tritt z.B. in einem Kindergarten oder einer Schule eine Meningokokken-Infektion auf, dann sollte eine prophylaktische Behandlung aller Kontaktpersonen mit Antibiotika erfolgen. Zudem sollten zuvor nicht geimpfte enge Kontaktpersonen von Erkrankten zusätzlich zur Chemoprophylaxe auch möglichst schnell geimpft werden, wenn es sich beim Patienten um eine impfpräventable Meningokokken-Infektion handelt.

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