Was ist Schmerz?

Schmerzen begegnen jedem Mensch beinahe täglich. Medizinisch wird Schmerz als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis definiert, das mit tatsächlicher oder potenzieller Gewebsschädigung verknüpft ist. Schmerz hat also eine sehr wichtige Warnfunktion und soll den Körper vor schädlichen oder gefährlichen Einflüssen schützen. Man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Schmerz.

Auslöser von Schmerzen können sowohl äußere Faktoren wie Kälte, Hitze oder Verletzungen als auch innere Beschwerden sein, z. B. Entzündungen oder Störungen des Nervensystems. Fast überall im Körper befinden sich Nervenfasern, die unterschiedliche Reize (z. B. Temperatur, Druck, Verletzungen oder Dehnung) mittels spezieller Rezeptoren wahrnehmen und ans Gehirn weiterleiten können. Das Gehirn selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren und ist deshalb schmerzunempfindlich.

Bei Schmerzen handelt es sich um eine subjektive Empfindung, die jeder Mensch sehr unterschiedlich wahrnehmen kann. Sie müssen nicht notwendigerweise eine körperliche Ursache haben. Chronischer Schmerz beispielsweise ist eine eigenständige Krankheit und hat seine Warnfunktion verloren. Auch seelische Belastungen können zu körperlichen Schmerzen führen (psychosomatische Schmerzen). Die psychische Verfassung spielt bei der individuellen Schmerzwahrnehmung eine wichtige Rolle: So können Trauer oder Niedergeschlagenheit die Empfindlichkeit für Schmerzen verstärken, positive Gefühle können sie dagegen verringern.

In Deutschland leiden zwischen 10 und 12 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Zu den häufigsten Schmerzzuständen gehören Rücken-, Muskel- und Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen (Arthrose), rheumatoide Arthritis, Nerven- und Tumorschmerzen. Nach wie vor werden viele Schmerz-Patienten nicht ausreichend behandelt: Im Schnitt dauert es etwa 8 Jahre, bis ein Schmerz-Patient in einer auf Schmerztherapie spezialisierten Praxis oder Klinik behandelt wird. Geschätzt wird außerdem, dass mehr als 500.000 Patienten mit chronischen Schmerzen starke Schmerzmedikamente (Opioide der Stufe III) benötigen würden, jedoch nur etwa jeder 10. tatsächlich die erforderlichen Medikamente erhält.

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