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27.05.2010

Menschen mit Borrelliose werden oft wie Depressive behandelt

Borreliose-Patienten werden nach Ansicht des Mediziners Kurt Müller zu oft falsch behandelt,.
Sie erhielten Antidepressiva, weil die Symptome der durch Zecken übertragenen Krankheiten falsch gedeutet würden. «Borreliose tritt oft mit sehr diffusen Anzeichen auf, wie Müdigkeit und Erschöpfung, Schweißausbrüchen und einer abnehmenden körperlichen und psychischen Belastbarkeit», sagte der Experte für sogenannte Multisystem- Erkrankungen aus Waltenhofen nahe Kempten im Allgäu der Nachrichtenagentur dpa. Oft hätten Borreliose-Patienten auch weniger Serotonin im Blut, ein als «Glückshormon» bekannter Stoff. «Bei sinkendem Serotoninspiegel treten oft depressive Symptome auf.»

Über die Krankheit wollen Experten von Freitag an in Bad Herrenalb (Kreis Calw) beraten. Auf der dreitägigen Jahrestagung der Deutschen Borreliose-Gesellschaft, einer Vereinigung von Wissenschaftlern und Ärzten, befassen sie sich auch mit zusammenhängenden Infektionskrankheiten.

Wie häufig Patienten falsch behandelt würden, sei bislang nicht ausreichend untersucht, sagte Müller weiter. «Im Schnitt haben die Patienten eine fünf bis acht Jahre dauernde Leidensgeschichte hinter sich, bis die Borreliose entdeckt wird.» Bei einem großen Teil der chronischen Krankheiten sei heute nicht nur ein einzelnes Organ betroffen, sondern ganze Systeme im Körper, wie das Nerven-, oder Hormonsystem oder der Stoffwechsel. Auch die Borreliose gehört zu den Multisystemerkrankungen.

Nicht jeder Patient, der den Erreger in sich trage, erkranke auch an der Borreliose. «Übertragung heißt nicht Erkrankung», sagte Müller. Meistens halte die körpereigene Abwehr die Borrelien problemlos in Schach. Manche Menschen seien jedoch anfälliger. Eine solche Neigung entwickle sich wie bei Allergien schon im frühen Kindesalter.



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