Chemotherapie

Bei der Chemotherapie werden Medikamente verabreicht, so genannte Zytostatika, die vorwiegend auf sich schnell teilende Zellen, also Tumorzellen, wirken und diese schädigen. Die Behandlung erfolgt über festgelegte Zeiträume, die von Pausen unterbrochen werden (Zyklen). Eingesetzte Mittel sind unter anderem Taxane, wie z.B. Paclitaxel, die ursprünglich aus einer amerikanischen Eibenart gewonnen wurden, heute aber synthetisch verfügbar sind. Andere Wirkstoffe sind z.B. Cyclophosphamid und Carboplatin und viele andere.

Die Chemotherapie folgt meist unmittelbar nach einer operativen Entfernung eines Tumors (adjuvante Therapie). In fortgeschrittenem Krebsstadium kann sie auch im Vorfeld einer Operation eingesetzt werden (neoadjuvant). Auch wenn sich ein Tumor rasch ausbreitet oder nur geringe Aussichten bestehen, ihn operativ zu entfernen, wird der Tumor erst dann entfernt, wenn er durch die Chemotherapie beginnt, sich zurückzubilden („downstaging").

Bei einer Chemotherapie wird auch gesundes, sich relativ schnell teilendes Gewebe, zerstört. Hierzu gehört unter anderem die Darmschleimhaut, was zu Darmentzündungen und Durchfällen führt. Auch Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall sind bekannte Begleiterscheinungen, die nach Beendigung der Therapie jedoch wieder verschwinden. Ebenso kann es zu Gefühlsstörungen an Händen und Füssen, Muskel- und Knochenschmerzen kommen. Die Produktion der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) wird gedrosselt, was zu Blutarmut, erhöhter Infektionsanfälligkeit und zu Blutungen führen kann.

Manchmal können Medikamente lediglich das Tumorwachstum bremsen oder teilweise stoppen und die Beschwerden lindern, den Tumor selbst jedoch nicht vollkommen vernichten (palliative Therapie). Eine palliative Therapie wird häufig bei schlecht ansprechenden Tumoren, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs oder bei bösartigen Tumoren in einem weit fortgeschrittenen Stadium durchgeführt.

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