Behandlung der PAVK

Patienten mit einer akuten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) müssen so schnell wie möglich in einer Klinik notfallmäßig behandelt werden. Wenn die verschlossene Arterie innerhalb von sechs Stunden nach Beginn der Beschwerden wiedereröffnet wird, kann die betroffen Extremität in 96% gerettet werden.

Allgemeine Sofortmaßnahmen bei PAVK

Folgende Sofortmaßnahmen wird der Arzt bei einem Verdacht auf einen akuten, ausgedehnten arteriellen Verschluss anordnen:

  • Kreislaufstabilisierung bei Anzeichen eines Schocks
  • Schmerzbehandlung
  • Tieflagerung der betroffenen Extremität (Hochlagerung verstärkt die Schmerzen!)
  • lockerer Watteverband (keine Heizkissen oder durchblutungsfördernde Salbe, keine Kälte- oder Wärmetherapie)
  • Polsterung der Extremität
  • Intravenöse Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Heparin)

Wichtig ist, den Patienten möglichst schnell in eine Klinik zu überweisen, in der die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten (Angiologen, Gefäßchirurgen, und/oder Radiologen) gewährleistet ist.

Die für den Patienten optimale Behandlung hängt vom Ausmaß und von der Lokalisation des Arterienverschlusses und der möglichen Ursache (Embolie oder Thrombose) ab. Folgende Maßnahmen kommen in Betracht:

Operation

Gibt es keine ausreichenden Umgehungskreisläufe (komplettes Ischämiesyndrom), welche die betroffene Körperregion mit Blut versorgen können, muss der Patient möglichst innerhalb der ersten sechs Stunden nach Beschwerdebeginn operiert werden. Verstreichen mehr als 12 Stunden, kann die Extremität nur noch in weniger als der Hälfte der Fälle gerettet werden. Die Operation kann in Vollnarkose oder in manchen Fällen auch unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Perkutane Thrombektomie

Bei dieser Behandlung, die unter örtlicher Betäubung möglich ist, werden die zum Verschluss führenden Ablagerungen durch einen Katheter abgesaugt.

Medikamentöse Therapie (Fibrinolysetherapie)

Der Arzt kann eine verschlossene Arterie wieder durchlässig machen, indem er blutgerinnsel-auflösende Medikamente (z.B. Streptokinase, Urokinase, rtPA) über einen in die Arterie gelegten Katheter verabreicht. Die Medikamente sollten bei einem akuten Arterienverschluss innerhalb der ersten 12 Stunden gegeben werden. Manchmal kann die betroffene Arterie auch mittels eines Ballonkatheters mechanisch erweitert und damit wiedereröffnet werden.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Dr. Gerhard Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern
Meyer, J. et al. (Hrsg.)
Elsevier, 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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