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17.03.2008 Vorsicht bei Kontakt mit frei lebenden Mäusen!
Hantaviren werden von infizierten Nagetieren über Kot, Urin oder Speichel verbreitet. In Deutschland sind vor allem die Rötel- und die Brandmaus sowie die Wanderrate Hauptträger des Virus. „Wahrscheinlich werden die Erreger in Form von kleinen Staubpartikeln in der Luft eingeatmet, wenn virushaltiger eingetrockneter Kot aufgewirbelt wird, oder durch direkten Kontakt z. B. über die Hände aufgenommen", so Dr. Walger. Ob auch durch Bisse Viren übertragen werden können, sei dagegen noch unklar. Kontakt mit Nagetieren meiden
Aufenthalte und Tätigkeiten in und in der Nähe von Waldgebieten bergen daher die größte Gefahr, sich mit Hantaviren anzustecken. „Die Erkrankung tritt in manchen ländlichen Regionen Deutschlands gehäuft auf und betrifft dort vor allem Menschen, die sich viel in Wäldern aufhalten", erklärt der Infektiologe. Zu den bedrohten Gebieten gehören einige Landkreise in Baden-Württemberg, Südost-Bayern und Nordrhein-Westfalen. Gerade in diesen Gebieten sollte man nach Ansicht des Experten darauf achten, bei Waldspaziergängen, beim Joggen oder Pilze Sammeln nicht mit Mäusen oder Ratten in Kontakt zu kommen. Auch bei Arbeiten in Haus, Garten, Schuppen oder Kellern kann es gefährlich sein, mit Nagetierkot verunreinigten Staub einzuatmen. Besonders am Ende der Winterzeit sind wenig genutzte Räume, die häufig von Mäusen als Wohnstätten benutzt wurden, hochgradig mit Exkrementen verunreinigt. Um keinen Staub aufzuwirbeln, sollte man staubige und trockene Oberflächen anfeuchten oder einen Mundschutz tragen. Desinfektionsmittel und Alkohol töten die Viren ab und können zur Reinigung verschmutzter Räume verwendet werden. Tote Tiere werden am besten mit Einweghandschuhen sicher beseitigt. Generell sollten Mäuse und Ratten von Wohnhäusern und ihrer Umgebung fern gehalten und jeder Kontakt mit gelagerten Lebensmitteln verhindert werden. Übertragung von Mensch zu Mensch?Vereinzelt gibt es auch Berichte über eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch. „Dieser Übertragungsweg ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt und hat zumindest bislang keine praktische Bedeutung", betont Dr. Walger. Um ganz sicher zu gehen, sollte man direkten Kontakt mit den Körperflüssigkeiten infizierter Patienten aber besser vermeiden. Eine Infektion mit Hantaviren äußert sich zunächst ähnlich einer Grippe mit plötzlichem hohen Fieber (>38 Grad), Übelkeit sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Typisch sind kleinere Einblutungen von Haut und Schleimhäuten. Bei schweren Verläufen kann es zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen und akutem Nierenversagen kommen. Vom Zeitpunkt des Kontakts bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es in der Regel 2 bis 4 Wochen. Gegen die Erkrankung gibt es bislang keine Impfung oder Medikamente. Die Mehrzahl der Infektionen verläuft zwar ohne oder nur mit geringen Symptomen. Mehr als die Hälfte (60%) der symptomatisch erkrankten Patienten müssen jedoch im Krankenhaus behandelt werden. Ärzte sind verpflichtet, Erkrankungsfälle an das Robert-Koch-Institut zu melden. Spezialisierte Laboratorien können Hantaviren nachweisen, darunter die Charite in Berlin und die Tropeninstitute in München, Hamburg und Heidelberg.
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