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17.10.2008

Typ-2-Diabetes: Abnehmen statt Insulinbehandlung

Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus können von kalorienarmer und ausgewogener Ernährung mehr profitieren als von einer Insulinbehandlung. „Insbesondere für übergewichtige Typ-2-Diabetiker mit hohen Insulinspiegeln im Blut kann eine Insulintherapie womöglich kontraproduktiv sein", gibt Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) ausgehend von einer Reihe neuer Studienergebnisse zu bedenken.

Das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse verringert die Zuckermenge im Blut, indem es dafür sorgt, dass Körperzellen den Zucker aufnehmen können. Das Hormon wird insbesondere während und nach den Mahlzeiten vermehrt ausgeschüttet und kann deshalb bei einem Kalorienüberschuss dauerhaft erhöht bleiben. Insulin fördert darüber hinaus den Aufbau von Fettgewebe, das seinerseits Hormonsignale aussendet. Diese hormonelle Reaktion lässt die Zellen von Leber, Muskulatur und Fettgewebe schließlich immer unempfindlicher gegen Insulin werden, so dass die Insulinwerte weiter ansteigen. Fettgewebe und Insulinresistenz können sich so wie in einem Teufelskreis gegenseitig aufschaukeln.

Mehr Fettgewebe durch Insulin

 
Wirkungsweise von Insulin und
seinem Gegenspieler Glukagon.
Gerade übergewichtige Diabetiker sind also häufig gegen die Wirkung von Insulin resistent. Eine Insulintherapie kann deshalb in einer solchen Situation auch nachteilige Folgen haben. „Zwar kann eine Insulinbehandlung bei einer Insulinresistenz den Blutzuckerspiegel senken, gleichzeitig aber verstärkt sie die negativen Auswirkungen des Hormons, indem sie die Bildung von Fettgewebe fördert", erklärt Prof. Müller. Stattdessen sollten Diabetiker den Anteil von Fettgewebe im Körper verringern und so die Wirksamkeit von Insulin erhöhen. „Abnehmen hilft gegen Insulinresistenz und hohen Blutzucker", so der Diabetes-Spezialist. Eine kalorienreduzierte Kost und regelmäßige körperliche Bewegung seien deshalb gerade für übergewichtige Diabetiker unverzichtbar.

 

 



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