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30.09.2010 Seelische Probleme schlagen aufs Herz Seelische Faktoren sind nach Ansicht von Kardiologen an Entstehung und Verlauf vieler Herzerkrankungen beteiligt. «Es ist kein vernünftiger Zweifel mehr vorhanden, dass psychische Probleme bei kardiologischen Patienten die Lebensqualität, den Schweregrad und den Verlauf der Grundkrankheit deutlich negativ beeinflussen», sagte Karl-Heinz Ladwig vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums München der Nachrichtenagentur dpa. «Deswegen ist es notwendig, die Behandlung dieser psychischen Beschwerden mit in das therapeutische Konzept einzubeziehen.» International werde gegenwärtig intensiv nach den verhaltensbezogenen und psycho-biologischen Mechanismen gefahndet, die eine Wirkung von seelischen Vorgängen auf das Herz erklären könnten. Zu diesen Mechanismen zählten beispielsweise Entzündungsparameter und Stresshormone. Dieses Wissens müsse dann in konkrete Hilfestellungen für die Patienten im Klinikalltag einfließen. Am Samstag wollten sich internationale Experten zum Psychokardiologischen Symposium in München treffen, um sich über den aktuellen Forschungsstand auszutauschen. Wichtige Forschungsfelder der Psychokardiologie seien Entzündungsreaktionen, die Endokrinologie (Hormonlehre) und das autonome Nervensystem. «Es gibt eine unglaubliche Vielzahl von Studien, die belegen, dass Patienten mit einer negativen Affektivität schlechtere Parameter haben und dass Menschen mit Angststörungen oder Depressionen ein schlechteres autonomes Nervensystem haben», sagt Ladwig. So habe ein Team von Wissenschaftlern von Helmholtz-Zentrum München, Technischer Universität und Deutschem Herzzentrum nachgewiesen, dass Herzinfarkt-Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung ein dreieinhalbfach erhöhtes Risiko tragen, früher zu sterben als Patienten ohne diese Diagnose. «Aber auch vor einem Infarkt sind Depressionen ein ebenso anerkannter Risikofaktor wie Rauchen oder Übergewicht.»
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