18.06.2007

Kaffee kann vor Gicht schützen

Wer mehr als 3 Tassen Kaffee pro Tag trinkt, ist weniger gefährdet an Gicht zu erkranken. Dies ergaben 2 amerikanische Studien, die die Wirkung von Kaffee auf die Harnsäure-Menge im Blut und die Anfälligkeit für Gicht untersuchten...

Dass Kaffee die Anfälligkeit für Gicht verringert, überrascht, denn Koffein wird im Körper unter anderem zu Harnsäure abgebaut und sollte deshalb die Harnsäure-Spiegel im Blut und damit das Gicht-Risiko erhöhen. Warum Kaffee stattdessen die Harnsäure-Konzentration im Blut verringert, wissen die Autoren der Studien noch nicht. Koffein spielt dabei offensichtlich jedoch keine Rolle, da entkoffeinierter Kaffee die Werte ebenfalls senkt. Zudem hat Tee, der ebenfalls Koffein enthält, keinen Effekt auf die Harnsäure-Spiegel.

In einer der beiden Studien untersuchten US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler an knapp 46.000 Männern über 40, wie sich verschiedene Getränke auf das Gicht-Risiko auswirken. Dazu teilten sie die Studienteilnehmer in Gruppen ein, die entweder jeweils unterschiedlich viel Kaffee tranken und verglichen die Häufigkeit von Gicht in den einzelnen Gruppen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass die Kaffee-Trinker unter den Probanden seltener an Gicht erkrankten. Dabei hängt das Risiko von der Kaffeemenge ab: Die Männer, die 4-5 Tassen pro Tag tranken, hatten ein um 40% niedrigeres Risiko, 6 oder mehr Tassen verringerten das Risiko um 59% im Vergleich zu Nicht-Kaffee-Trinkern. Entkoffeinierter Kaffee senkte die Gicht-Gefahr ebenfalls leicht. Dagegen hatte Tee keinen Einfluss.

„Die Ergebnisse der Studien könnten uns helfen, neue Wege zur Vermeidung von Gicht zu finden, wenn wir die Wirkung des Kaffees auf die Harnsäure-Spiegel im Blut verstehen", sagt Dr. Edmund Edelmann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Eine medizinische Empfehlung für hohen Kaffeekonsum sind sie aber nicht, da Koffein auch unerwünschte Wirkungen hat, z. B. Puls- und Blutdruckerhöhung", so der Rheumatologe aus Bad Aibling. Zudem bezögen sich die Ergebnisse streng genommen auch nur auf Männer über 40, die noch nicht an Gicht leiden.

Quellen:
Arthritis Care & Research 2007, 57: S. 816-821
Arthritis Care & Research 2007, 57: S. 2049-2055

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